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Segler ABC

Das kleine ABC der Seemannssprache und der Segelkunst.

Die Seemannssprache dient der größeren Präzisierung der technischen Begriffe in der Seefahrt. Für den Segler ist es notwendig (und damit oft lebenswichtig), z. B. nicht einfach von einem „Seil“ zu sprechen, sondern es nach Funktion und Art genauer zu bezeichnen, also von „Want“, „Fall“, „Dirk“ oder „Schot“ (oder noch genauer von „Besanwant“, „Fockschot“ usw.) zu sprechen.

Unser kleines Segler ABC soll dazu dienen, schon mal ein klein wenig in die maritime Welt einzuführen. Wenn Du einen Begriff vermisst, kannst Du gern an unserem Segler ABC mitwirken und einen Ausdruck hinzufügen!

 


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Es sind 25 Einträge im Glossar.
Seiten: 1
Begriff Definition
Fahrensmann - seafaring manAusdruck für einen Seemann, der 'gefahren' ist, sinngemäss auch für einen 'erfahrenen' Segler.
 
Fahrregeln - steering and sailing rulesDie im Schifffahrtsrecht vorgeschriebenen Ausweichregeln und Ergänzungen.
 
Fahrrinne - channel, navigable passageDie natürlich entstandene oder künstlich verbreiterte bzw. vertiefte Rinne in Küstengewässern, die meistens als Fahrwasser mit entsprechender Betonnung oder Befeuerung gekennzeichnet ist. Der Segler sollte sie, soweit möglich, meiden und der Berufsschifffahrt überlassen.
 
Fahrt - speed, way, voyageDie Bootsgeschwindigkeit, ausgedrückt in Seemeilen pro Stunde (sm/h) und bezeichnet als Knoten (kn): 1sm/h = 1 kn. Die Fahrt wird entweder direkt mit einem Log gemessen oder aus der Zeit berechnet, die das Boot für das Durchfahren einer bekannten Strecke benötigt. Der Begriff Fahrt wird auch als Kommando für das Einstellen der betreffenden Fahrstufe eines Motors, halbe Fahrt/langsame Fahrt/volle Fahrt, genutzt.
 
Fahrtensegeln - cruisingDer Bereich des Segelsports, der sich mit Langfahrten und Wanderfahrten befasst. Für das Fahrtensegeln wurden Fahrtenwettbewerbe entwickelt.
 
Fahrtwind - head wind, dead windDer durch die Fahrt entstehende Gegenwind, richtiger der Gegenwind mit der Windgeschwindigkeit der Fahrt über Grund. Der Fahrtwind und der atmosphärische Wind sind die beiden Komponenten, die Richtung und Geschwindigkeit des relativen
Bordwindes bestimmen.
 
Fall

Ein Stück Tauwerk, das zum Hochziehen und Herablassen von Segeln benutzt wird. Fallen gehören wie die Schoten zum "Laufenden Gut" eines Segelschiffes. Ein dreieckiges (Bermuda-) Segel hat nur jeweils ein Fall, das am obersten Punkt, dem Segelkopf angebracht ist, während ein Gaffelsegel zwei Fallen hat, das Klaufall und das Piekfall, mit denen die Gaffel hochgezogen wird.

Das traditionelle Material für Fallen waren Naturfasern wie Hanf oder Sisal, heute werden Fallen meistens aus Polyester gefertigt. Bei größeren Segeln werden zum Teil Stahlseile an Mastwinschen eingesetzt, auf Rennyachten extrem leichte und reckarme Seile aus Kohlefasern.

 
FancyworkSammelbezeichnung für alle Arten von Zierknoten u.ä., die man nicht aus seemännischer Notwendigkeit, sondern zur Verschönerung des Bootes und nicht auf Wache, sondern in der Freiwache anfertigt. Auch der Bau von Buddelschiffen gehört zur Fancywork.
 
Fehlerdreieck - cocked hatEin Dreieck, das sich in der Navigation ergibt, wenn sich drei Standlinien nicht in einem Punkt schneiden. Je kleiner das Fehlerdreieck, desto geringer wirkt sich eine Ungenauigkeit von Peilungen auf den Schiffsort aus, der dann in dem durch die Schnittpunkte des Fehlerdreiecks gezogenen Fehlerkreis liegt.
 
festmachen - to moor, to tie upEin Boot an seinem Liegeplatz im Hafen, am Steg oder Boje vertäuen. Dazu benutzt man die Vorleine und Achterleine.
 
Feudel - deck cloth, mopSeemännischer Ausdruck für ein Wischtuch aus groben Gewebe zum Reinigen von Deck oder Fussboden.
 
fieren - to lowerIm Zusammenhang 'Schotenfieren', d.h. man möchte die Segelstellung ändern, in dem man das Segel etwas lockert und weiter aufgehen läßt.
 
fliegendes TrapezVorrichtung bei schnellen Jollen und Kielyachten, um den beim Ausreiten fest mit dem Boot verbundenen Vorschotmann mit seinem lebenden Ballast fliegend einzusetzen.
 
Flut - flood, high tideBeim Wechsel einer Gezeit das Steigen des Wasserspiegels vom Tideniedrigwasser bis zum folgenden Tidehochwasser.
 
FlutgrenzeIn einem Tidegewässer der Ort, bis zu dem der Wasserspiegel im Rhytmus der Gezeiten und in Abhängigkeit von der Tide steigt oder fällt.
 
Flutwelle - tidal waveEine Welle auf der freien See, die eine wesentlich längere Wellenperiode als Windsee, Dünung oder Brandung hat. Die Welle der Gezeiten mit einer Wellenperiode von ca. 12 h und 25 min, die an ihren Auswirkungen mit Ebbe und Flut nur mittelbar als Flutwelle erkennbar ist.
 
Fock - jib, forestaysail

Im ursprünglichen Wortsinn ein 'Zieher', d.h. ein auf dem Vorschiff gesetztes Segel im Gegensatz zum Besan, dem 'Treiber'.

Fock und Genua
Im Unterschied zu einer Genua überlappt die Fock auf slup- und schonergetakelten Segelbooten die Mastsegel nicht, das Schothorn befindet sich vor dem Mast. Je nach Segelausstattung werden die Focken mit abnehmender Größe als „Fock I“, „Fock II“ und „Sturmfock“ bezeichnet.

Sturmfock
Eine Sturmfock wird bei schweren Wetterbedingungen gefahren. Sie hat deswegen eine kleine Segelfläche und ist aus besonders widerstandsfähigem Segeltuch gefertigt. Außerdem ist das Schothorn höher als bei einer Fock ausgeführt, damit die über das Vorschiff kommende See nicht so leicht in das Segel schlägt und so Rigg und Mast gefährdet. Die Sturmfock hat außerdem den Vorteil, dass sie erheblich mehr Vortrieb erzeugt als ein stark gerefftes Vorsegel.

Rollfock
Auf vielen slupgetakelten Segelbooten ist die Fock mit einer Rollanlage ausgestattet und wird als Rollfock bezeichnet. Mit dieser Einrichtung kann die Fock – meistens auf das Vorstag – aufgewickelt werden, um sie zu bergen oder um beim Reffen die Segelfläche zu verkleinern.

Selbstwendefock
Bei einer Selbstwendefock wird die Schot auf einer Leitschiene geführt. Das Vorsegel kann beim Wenden selbsttätig übergehen und bedarf keiner manuellen Bedienung.

Baumfock
Ebenfalls eine Selbstwendefock ist die Baumfock. Bei ihr wird das Unterliek an einem Baum geführt, was ein Kreuzen ohne Schotbedienung möglich macht.

 
Fockschot - fore sheet, jib sheetEine auf jeder Bootsseite und damit doppelt geführte Schot zum Bedienen der Fock.
 
FockschotbeiholerEin Beiholer mit einer Kausch o.ä., durch die die Fockschot läuft. Der Fockschotbeiholer dient dazu, den Holepunkt aus Gründen der Segeltechnik zu verändern und wird hauptsächlich auf Rennjollen (Barber-Hauler genannt) gefahren.
 
Formstabilität - hydrostatical stabilityDie Stabilität eines Bootes, die, im Gegensatz zu der Gewichtsstabilität, hauptsächlich von seiner Form, dem Bootskörperquerschnitt oder Spantenriss und dem Weg abhängig ist, in dem der Formschwerpunkt beim Krängen seitlich auswandern kann.
 
Freibord - freeboardDas an der Bootswand ermittelte vertikale Mass, um das das Oberdeck frei über der Wasseroberfläche liegt.
 
Funkboje - emergency positionHauptsächlich als Seenotfunkboje gebauter Schwimmkörper mit einem Kleinsender, Batterien als Stromquelle und selbsttätiger Einschaltvorrichtung.
 
Funkelfeuer - quick-flashing lightEin Leuchtfeuer, das sehr schnell auf einander folgende weisse oder farbige Blitze zeigt, mindestens 40 Blitze in einer Minute. Diese werde für die Navigation z.B. in einer Fahrrinne verwendet.
 
Funkfeuer - radio beacon

In Küstennähe angelegter und in der Seekarte mit RC bezeichneter Funksender. Funkfeuer senden ihre Zeichen auf verschiedenen Frequenzen mit verschiedenen Kennungen ununterbrochen. Gesendet werden Morsezeichen in Gruppen mit 2 Buchstaben, Worte sind auch möglich.

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von GPS wurden die Seefunkfeuer in Deutschland am 1. Januar 2000 abgeschaltet.

Die Stationen wurden zum Teil in DGPS-Stationen oder NDBs umgebaut.
 
Funknavigation - wireless navigationBestimmung des Schiffsortes und teilweise auch des Kurses mit Hilfe von elektromagnetischer Wellen, die von Land aus, z.B. Funkfeuer, gesendet und an Bord z.B. über den Funkpeiler empfangen werden.
 


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