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Segler ABC

Das kleine ABC der Seemannssprache und der Segelkunst.

Die Seemannssprache dient der größeren Präzisierung der technischen Begriffe in der Seefahrt. Für den Segler ist es notwendig (und damit oft lebenswichtig), z. B. nicht einfach von einem „Seil“ zu sprechen, sondern es nach Funktion und Art genauer zu bezeichnen, also von „Want“, „Fall“, „Dirk“ oder „Schot“ (oder noch genauer von „Besanwant“, „Fockschot“ usw.) zu sprechen.

Unser kleines Segler ABC soll dazu dienen, schon mal ein klein wenig in die maritime Welt einzuführen. Wenn Du einen Begriff vermisst, kannst Du gern an unserem Segler ABC mitwirken und einen Ausdruck hinzufügen!

 


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Seiten: 1
Begriff Definition
abbrechen - to break offAusschlachten und Abwracken eines alten oder durch Strandung verlorengegangen Bootes. ..oder: wenn bei Sturm die Sicherheit der Besatzung gefährdet ist. Das Abbruchsignalist die Flagge N.
 
abdecken - to coverEin anderes Boot auf einem Vorwindkurs in den Windschatten oder auf einem Amwindkurs in den ungünstigen Abwind der eigenen Segel legen und hier so lange wie möglich halten. Der Gegner kann dadurch eingeholt bzw. zurück gehalten werden, sog. Windschatten.
 
abdrehen - to pay off, to turn awayIn einer unklaren Situation den Kurs ändern, um sich von einem Hindernis freizuhalten.
 
Abdrift - leewayDie durch den Wind verursachte seitliche Bewegung eines Bootes nach Lee. Die Stärke des Abdrifts ist abhänging von der Form des Überwasserschiffes und des Lateralplanes sowie dem Kurs zum Wind. Sie ist am Winkel zwischen der Richtung des Kiels und des Kielwassers erkennbar und muss in der Navigation berücksichtigt werden, besonders bei einem Amwindkurs. Die Einflüsse des Stromes sind in der Abdrift nicht enthalten; sie werden als Stormversetzung getrennt berücksichtigt.
 
abfallen - bearing awayDen Kurs nach Lee ändern. Dies ist eine Kursänderung des Schiffes weg vom Wind, so dass der Wind mehr seitlich oder mehr von hinten einfällt. Dabei muss die Segelstellung durch Fieren der Schoten so geändert werden, dass die Segel nach der Kursänderung wieder richtig stehen.
 
abflauen - to abate, to calm downDer Wind flaut ab, wenn die Luftgeschwindigkeit geringer wird. Das Abflauen des Windes kann auf einem segelnden Boot beim Abfallen trügerisch sein, weil mit einer Änderung des Kurses nach Lee immer eine spürbare Verminderung der Windkraft verbunden ist, ohne dass dabei der atmosphärische Wind nachgelassen haben muss.
 
abgreifen - to step offMit dem Stechzirkel anhand der Einteilung der Breite am rechten oder linken Rand der Seekarte eine Distanz messen, die aus der Karte entnommen ist.
 
abhalten - to bear off, to keep awayDen Kurs so festlegen oder ändern, dass er in sicherer Entfernung an einem Hindernis vorbeiführt.
 
ablandig - offshore windDer Wind ist ablandig, wenn er vom Land kommt und auf das Wasser weht. Gegenteil: auflandig.
 
ablegen - to leave, to push offDie Leinenverbindung eines Bootes zur Pier, Brücke oder Boje lösen und mit eigener Kraft den Liegeplatz verlassen. Ein Segelboot kann nur von der Leeseite einer Brücke oder ähnlichen und bei ausreichend freiem Raum in Lee sicher ablegen.
 
abreiten - to outride a gailEinen Sturm auf See überstehen, entweder vor Treibanker über Bug oder Heck, vor Topp und Takel mit Trossen achteraus oder durch Beidrehen und Beiliegen.
 
Abwind - fool windDie durch das Segel abgelenkte Luftströmung, die besonders auf einem Amwindkurs für ein nachfolgendes Boot eine ungünstige Richtung hat und durch die Turbulenz der abgelösten Winkel von geringem Nutzen ist.
 
achtern - asternHinten; im Zusammenhang mit anderen Wörtern deutet es auf den hinteren Teil des Bootes.
 
AchtertagsegelAuf einer Bermuda-Slup gefahrenes dreieckiges Beisegel für leichtes Wetter und raumen Kurs, dessen Kopf auf ungefähr halber Höhe des Achterstags (hinterer Mast) und dessen Hals in der Nähe des Mastes an Deck angeschlagen werden.
 
AchtknotenVerhindert das Ausrauschen einer Schot.

Ein Seemann, der diesen Knoten nicht kennt, ist seines Berufes nicht würdig. Nach dem man eine Schlaufe gebildet hat, führt man die lose Part unter der festen durch, lässt sie durch die anfängliche Schlaufe laufen und zieht beide Parten fest.

Dieser einfache Knoten zieht sich nicht zu und wird dann eingesetzt, wenn das Ausrauschen eines Tampens verhindert werden soll.
 
AhoiNicht wie allgemein bekannt der Schlachtruf der Segler, sondern der offizielle Anruf eines Bootes, z.B. wenn man zur Yacht übergesetzt werden will.
 
Amwindkurs - close hauled courseDer entweder auf Backbordbug oder Steuerbordbug bestmöglich in Richtung des atmosphärischen Windes gesegelte Kurs, auf dem jedes Segel bei optimalem Anstellwinkel noch gut vollsteht und die Schoten ganz dichtgeholt sind.
 
AmwindsegelflächeDie Flächensumme aller Segel, die ein Boot auf einem Amwindkurs trägt. Bei einer Vollzeugbrise ist die Amwindsegelfläche weitgehend identisch mit der vermessenen Segelfläche.
 
anluvenAls anluven wird die Richtungsänderung eines Segelschiffes nach Luv bezeichnet. Dies ist eine Kursänderung des Schiffes höher an den Wind, so dass der Wind vorlicher (mehr von vorn) einfällt. Das Anluven hat sein Ende, wenn die Segel killen (die Segel im Wind „flattern“).

Das Gegenteil von anluven ist abfallen.
 
Anstellwinkel - angle of attackDer Winkel, in dem eine Strömung auf eine Fläche trifft. Beim Segeln ist der Anstellwinkel der Winkel zwischen der Richtung des Bordwindes und der Sehne der Segelwölbung. Jedes Segel hat einen optimalen Anstellwinkel, bei dem es als aerodynamisches Profil die grösste Luftkraft erzeugt.
 
Arbeitssegel - working sailsDie üblichen Segel eines Amwindkurses bei einer Vollzeugbrise, z.B. Grosssegel, Fock und Besan, auch Hauptsegel genannt. Ausser den Arbeitssegeln können auf allen Kursen und bei gleichen oder anderen Windstärken noch Beisegel gefahren werden.
 
auflandig - onshore, inshoreDer Wind weht auflandig, wenn er von der See, vom Wasser kommt und auf die Küste, auf das Land gerichtet ist. Gegenteil: ablandig.
 
aufrecht segeln - sailing uprightWichtigste Regel für Jollen und Yachten, auf allen Kursen zum Wind eine Krängung bestmöglichst zu vermeiden. Dabei wird nicht nur die dem Wind dargebotene Segelfläche verkleinert, es wachsen auch die Widerstände am Unterwasserschiff, wenn das Boot nicht aufrecht, d.h. auf seiner normalen Wasserlinie querschiffs gehalten wird.
 
aufrichtendes Moment - righting momentDas bei einer Jolle von der Formstabilität des Rumpfes und vom Einsatz des lebenden Ballastes (mit Hilfe von Ausreitgurten und dem fliegendenTrapez), bei einem Kielboot weitgehend von der Gewichtsstabilität abhängige Vermögen, dem krängenden Moment entgegen zu wirken, damit ein Boot weitgehend aufrecht segeln kann.
 
Aufriggen - to rig upDas Rigg mit allen Teilen der Takelage aufstellen und betriebsklar herrichten, auch auftakeln genannt.
 
AufschiessenHat nichts mit schiessen zu tun. Bezeichnet das Zusammenlegen oder Aufrollen von Tauwerk.
 
ausreiten - to sit out, to hikeHinauslehnen des Körpers nach Luv, um in hartem Wetter dem zunehmenden Krängungsmoment des Windes ein grösseres aufrichtendes Moment entgegen setzen zu können, damit eine Jolle aufrecht segeln kann. Nur durch Ausreitgurte, mit Ausreithandgriffen oder durch einen Ausreitklappsitz kann man ein Boot wirkungsvoll ausreiten.
 
Ausreitgurt - to strap, hiking strapLängsschiffs und beidseitig in der Plicht einer Jolle gehaltener Fussgurt, um das Ausreiten durch die Crew zu erleichtern. Diese Hängevorrichtung muss verstellbar sein, damit unterschiedlich große Segler mit guter Kondition die wirksamste Ausreithaltung ohne Ermüdung lange beibehalten können.
 
Ausreithandgriff - hiking handleEin in das Seitendeck eingelassener handbreiter Beschlag zum hineinfassen, um den Körper beim Ausreiten auch mit der Hand Kräfte sparend festhalten zu können.
 
AusreitklappsitzEin klappenförmig aus dem Seitenheck über die Bordwand hinaus aufklappbarer Schalensitz zum Ausreiten, der auf Kielyachten eingeführt ist. Er wird wie ein Gleitsitz auf der jeweiligen Luvseite benutzt und ist eingeklappt in das Seitendeck integriert.
 
Aussenhaut - shellDie äussere Bootsschale ohne Längs- und Querverbände sowie des Decks. Die Aussenhaut kann aus verschiedenen Werkstoffen bestehen, unterschiedlich gefertigt sein und unterschiedliche Oberfläche haben (z.B. Sandwichbauweise, Karweel).
 
AusweichregelnSind sehr wichtig und müssen von jedem Segler strikt befolgt werden. Geregelt in der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) und der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO).
 
Backbord - portLinks an Bord und links außerhalb vom Boot, von achtern nach vorn gesehen. Bei seemännischen Ausrüstungsteilen spricht man z.B. von Backbord-Anker, Backbord-Koje, Backbord-Laterne.
 
Backbordbug - starboard tackBezeichnung für den Kurs eines Bootes unter Segeln zum Wind. Man segelt über Backbordbug, wenn die Segel über der Backbordseite stehen und mit Backbordschoten geführt werden.
 
BackbordschotBezeichnung für den Kurs zum Wind, wenn man die Schoten über die Backbordseite führt und ein Boot über Backbordbug segelt. Laufen zwei Boote auf entgegengesetztem Bug oder mit verschiedenen Schoten, dann hat das Boot mit der Backbordschot Wegerecht.
 
Backbordseite - port sideIn Fahrtrichtung gesehen die linke Bootsseite. Die gegenüberliegende Seite heißt starboard side, die Steuerbordseite.
 
Bahnmarke - markEine in einer Regatta besonders bezeichnete Boje, Tonne oder Marke, die entsprechend der Segelanweisung in der richtigen Reihenfolge und auf der vorgeschriebenen Seite zu runden oder zu passieren ist.
 
Bauch eines Segels - aero-dynamic shapeDie Segelwölbung, die der Segelmacher durch unterschiedliches Übereinander nähen der Kanten der Bahnen und die rund geschnittenen Lieken in ein Segel hineinarbeiten kann.
 
Beaufort

Britischer Admiral und Hydrograph Sir Francis Beaufort (1774-1857). Er entwickelte 1806 die nach ihm benannte Beaufort-Skala zur Abschätzung der Windstärke nach beobachteten Wirkungen. Die Skala wurde offiziell 1938 in der Royal Navy eingeführt. 

Beaufort teilte die Windstärken nach den zu Land und zur See sichtbaren Auswirkungen in 13 Stufen ein - im Jahre 1949 wurde die Skala vom internationalen Meteorologischen Instituts in Paris auf 17 Stufen erweitert.

Es gibt 13 Stärkegrade auf der Beaufort-Skala, ab 6 gilt der Wind als stark, ab 8 als stürmisch, darüber als Sturm und mit 12 als Orkan. Die Einteilung der B-Skala richtet sich ursprünglich nicht nach der Windgeschwindigkeit, die in Knoten gemessen wird, sondern nach der Zunahme des Winddrucks und später auch nach dem Aussehen der See. Heute ist die Beaufort-Skala natürlich mit entsprechenden Windgeschwindigkeiten verknüpft, so entsprechen 22-27 kn Wind der Windstärke 6.

 
beidrehen - to heave toManöver zum kurzzeitigen Stoppen eines Bootes, bei dem der Wind die Segelfläche neutralisiert und das Boot kaum Fahrt durchs Wasser macht.
 
beiliegen - heaving to, hove toDer andauernde Zustand nach dem Beidrehen. Das Boot macht dabei kaum Fahrt voraus und treibt nur langsam nach Lee ab.
 
Beisegel - light, additional sailEin Segel, das nicht zu den Hauptsegeln oder Arbeitssegeln gehört, aus leichteremTuch gefertigt ist und meistens zur Vergrösserung der Segelfläche auf einem raumen Kurs dient, wenn die Windgeschwindigkeit des relativen Bordwindes und die Windkraft vermindert sind.
 
BesanmastDer achterste Mast auf mehrmastigen Schiffen mit Gaffel- oder Hochtakelung; auch Kreuzmast genannt. Beim Schoner wird der hintere Mast Schonermast genannt.
 
BesanwantenWanten die den Besanmast halten.
 
Binnenschifffahrtsstraßen-OrdnungDie deutsche Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) ist Teil des deutschen Schifffahrtsrechts.

Sie gilt auf den in ihr benannten Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt. Auf Rhein, Mosel, Donau und Bodensee gelten eigene Schifffahrtsordnungen. Auf Teilen der Elbe, der Weser und der Ems, sowie auf dem Nord-Ostsee-Kanal gilt die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung.

Die BinSchStrO gilt für alle darauf betriebenen Fahrzeuge. Sportboote gelten als Kleinfahrzeuge, die Fahrzeugen der Berufsschifffahrt auszuweichen haben.

Im ersten Teil der BinSchStrO werden u.a. Fahrregeln, Ausrüstungspflichten sowie Tag- und Nachtzeichen der Fahrzeuge und der Wasserstraßen festgelegt. Der zweite Teil enthält für 18 regionale Bereiche Sondervorschriften, die z.B. die Maße der Fahrzeuge und ihren Tiefgang spezifisch begrenzen oder Höchstgeschwindigkeiten festlegen. Der dritte Teil der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung enthält Vorschriften zum Gewässerschutz und zur Abfallbeseitigung.
 
Boje - buoySchwimmkörper in Kugel-, Kegel- oder Tonnenform aus Kunststoff, Gummi oder Stahlblech, der die Lage eines Gegenstandes auf dem Grund kennzeichnet. Zur Bezeichnung eines Fahrwassers dienen Bojen im kardinalen- bzw. lateralen Betonnungssystem.
 
Bord - boardDer Bootsrand, im übertragenen Sinne auch der oberste Teil der Bordwand z.B. Steuer- & Backbord.
 
Bordwind - relative wind, apparent windDie an Bord und in Fahrt erkennbare Windrichtung, die der Verklicker oder Stander anzeigt. Der Bordwind wird auch scheinbarer Wind genannt. Im Gegensatz zum atmosphärischen Wind auf den umgebenden Wasserflächen und an Land ändert der Bordwind durch die Fahrt des Bootes bzw. den Fahrtwind seine Richtung und Geschwindigkeit auf dem Kurs eines Bootes zum Wind.
 
Breite - latitudeIn der Navigation eine geographische Koordinate, die in Grad und Minuten angegeben, vom Äquator als Bogenstück des Ortsmeridians gerechnet wird und zur Bestimmung des Schiffsortes dient.
 
Brücke - bridgeIn der Schifffahrt eine Kurzform für Kommandobrücke, die ursprünglich nur ein verbindender, von Stützen getragener und von Backbord nach Steuerbord reichender Gang war.
 
Bug - bowVorderteil eines Schiffsrumpfes (der hintere Teil eines Schiffes heißt Heck). Den vorderen Abschluss des Bugs bildet der Vordersteven, bei Holzschiffen meist ein vierkantiger Holzbalken. Im Laufe der Zeit sind unterschiedliche Bauformen entstanden, bei denen sowohl optische als auch strömungstechnische und andere Gesichtspunkte die Form bestimmt haben.
 
C-Katamaran - c-catamaranAls Internationale Klasse anerkannter Katamaran für zwei Mann Besatzung. Lüa 7,62m, Büa 4,27m, Segelfläche 27,88 m*m. Kleinere gehören zur A- oder B-Katamaran Klasse, grössere zur D- oder E-Katamaran Klasse.
 
Channel RaceEine in jedem ungeraden Jahr gesegelte Hochseeregatta über 240 sm (Seemeilen) im Ärmelkanal von Portsmouth über das Bassurelle-Feuerschiff zur Le-Havre-Leuchttonne und zurück. Das Channel Race gehört auch zu den Rennen um den Admiral's Cup.
 
chartern - to charter, to hireEin fahrklares Boot mit seiner gesamten Ausrüstung für eine bestimmte Zeit gegen Entgelt mieten.
 
China-See-RennenJährlich veranstaltete Hochseeregatta über 600 sm (Seemeilen) von Hongkong nach Manila über das Chinesische Meer. Der Start erfolgt im Frühjahr, die Konkurrenten kommen hauptsächlich aus Ostasien.
 
Corioliskraft - coriolis forceNach dem französischen Mathematiker benannte Beschleunigungskraft, die jeden sich bewegenden Körper durch die Erddrehung in seiner Bewegungsrichtung ablenkt. In der Navigation und Wetterkunde wichtig für das Barische Windgesetz und für die Meeresströmungen.
 
CrewAus dem Englischen übernommene Bezeichnung für die gesamte Besatzung eines Sportbootes. In England selbst ist dieses Wort nur für die Bezeichnung des Vorschotmannes (auf Jollen) üblich.
 
DBSVDeutscher Boots- und Schiffbauer-Verband. Vereinigung der deutschen Bootsbauer-Innungen sowie der Firmen des industriellen Bootsbaus. Sitz: Hamburg.
 
Deck - topside, deckDie obere Abschlussfläche des Bootsrumpfes, korrekter als Oberdeck bezeichnet, weil auf grösseren Yachten oder Schiffen die über diesem liegenden Flächen ebenfalls als Deck bezeichnet werden, z.B. Achterdeck, Hüttendeck, Zwischendeck u.a.
 
Deckschicht - gelcoatDie äusserste Harzschicht bei einem Bootsrumpf aus glasfaser verstärkten Kunststoffen (GFK), die alle folgenden Laminate schützt. Sie ist nur ca. 0,5 mm dick und wird als Feinschicht zuerst in die Form gestrichen. Vor der Weiterverarbeitung muss die gelcoat erst vollständig ausgehärtet sein.
 
DGzRS - German Lifeboat InstitutionDeutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger - 1865 gegründetes und durch freiwillige Beiträge unterhaltenes Seenot-Rettungswerk, das an der deutschen Küste 28 Rettungsstationen mit Seenot-Rettungskreuzern etc. besitzt. Sitz der Gesellschaft: Bremen.
 
DirkEine Leine auf einer Segelyacht, die den Baum bei geborgenem Segel in seiner horizontalen Lage hält.

Die Dirk verläuft vom Ende des Baums, der Baumnock, über die Spitze des Mastes, dem Masttopp, zurück an Deck. Beim Segeln wird der Baum durch das Segel gehalten und die Dirk ist lose. Um zu vermeiden, dass der Baum beim Bergen des Segels an Deck fällt, wird die Baumnock angedirkt und der Baum durch Anholen der Dirk angehoben.

Die Dirk kann auch zum Segeltrimm verwendet werden. Auf einem Vor-Wind-Kurs wird durch das Durchsetzen der Dirk eine größere Wölbung im Segel, und damit unter Umständen mehr Vortrieb, erreicht.
 
Distanz - distanceDie Entfernung zwischen zwei Orten, z.B. Schiffsorten, Landmarken, gemessen in Seemeilen.
 
DriftIn der Seefahrt bezeichnet man die Meeresströmung, die durch ständige Windeinwirkung hervorgerufen wird, und den Weg, den ein frei schwimmender Gegenstand zurücklegt, als Drift. Das seitliche Abkommen vom Kurs nennt sich Abdrift.
 
Dschunke - junkSammelbezeichung für ein meist mehrmastiges chinesisches Segelschiff, das ein chinesisches Luggersegel an jedem Mast führt.
 
DSSV

Deutscher Seesportverband mit Sitz in Berlin. Dem DSSV gehören etwa 110 Vereine aus dem Bereich des Seesports in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern mit über 3500 Mitgliedern an. Er ist der einzige deutsche Sportverband in diesem Metier. Verbandszeitung ist die mehrmals im Jahr erscheinende „Seesport direkt“.

Jährlich veranstaltet der DSSV offene Deutsche Meisterschaften im Kutterrudern, im Kuttersegeln, im Seesportmehrkampf und im Ixylonmehrkampf. Traditionell findet außerdem ein Wettkampf um den Titel des „Deutschen Wintermeisters“ in den seesportlichen „Landdisziplinen“ statt. 

 
DSV

Deutscher Segler-Verband. 1888 gegr. Dachverband der deutschen Segelklubs. Sitz in Hamburg und ist Mitglied der 'International Yacht Racing Union'. Er versteht sich als Vertreter der Interessenten des Freizeit und Breitensports, des Leistungs- und des Wettsegelns, des Jugend- und Fahrtensegelns und gibt freiwillige Führerscheine heraus (A-Schein, BR-Schein).

Sein höchstes Organ ist der Seglertag. Er wird von einem Präsidium und einem Seglerrat geleitet und gliedert sich in zahlreiche Landesverbände. Der DSV gibt die Wettsegelbestimmungen und das Mitteilungsblatt 'Segelsport' mit den amtlichen Mitteilungen heraus.

 
Dämmerung - twilight, dawnDie von der geographischen Breite des Beobachters abhängige Zeit der nicht vollständigen Dunkelheit nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang.
 
Dämmerungseffekt - sky wave effectEin Begriff der Funknavigation für die Beeinträchtigung von Funkwellen durch Höhenänderung der Ionosphäre während der Dämmerung und in der Nacht. Dieser Effekt wirkt sich als Fehler bei einer Funkpeilung, insbesondere bei einem Rahmenpeiler durch die Überlagerung von Bodenwellen und Raumwellen aus.
 
Ebbdauer - duration of ebbDie Zeit vom Tidehochwasser zum folgenden Tideniedrigwasser, während der der Wasserstand fällt.
 
Ebbe - ebb tide, falling tideBeim Wechseln der Gezeit das Fallen des Wasserspiegels vom Tidehochwasser zum folgenden Tideniedrigwasser. Vielfach wird auch das Niedrigwasser selbst fälschlicherweise als Ebbe bezeichnet.
 
Echolot - echo sounderElektro-akustisches Gerät zum Bestimmen der Wassertiefe und der Tiefenlage von Unterwasserhindernissen, aber auch von Fischschwärmen, Eisbergen u.a. Im Prinzip wird die Zeit zwischen der Abgabe eines Schallsignals vom Boot bis zur Rückkehr seines
Echos vom Meeresgrund bzw. dem georteten Unterwasser-Hindernis gemessen.
 
Eichenholz - oak woodBekanntes und qualitativ bestes Massivholz für den Bootsbau als Hartholz sowohl für Planken als auch für Spanten, Kiel und andere Verbände benutzt.
 
Eigner - ownerDer Eigentümer oder Besitzer eines Bootes, im Rennsegeln vom Schipper, Steuermann bzw. Rudergänger hinsichtlich der Meldung und Preisverteilung zu unterscheiden.
 
ElmsfeuerBei Gewitter die elektrische Entladung an den Toppen der Masten in Form kleiner Flämmchen.
 
EndeIm Maritimen gebräuchlicher Ausdruck für eine Leine. Allerdings nennt man die Endstücke einer Leine nicht Enden, sondern Tampen.
 
enternErsteigen des Mastes; auch ein fremdes Schiff übersteigen.
 
Fahrensmann - seafaring manAusdruck für einen Seemann, der 'gefahren' ist, sinngemäss auch für einen 'erfahrenen' Segler.
 
Fahrregeln - steering and sailing rulesDie im Schifffahrtsrecht vorgeschriebenen Ausweichregeln und Ergänzungen.
 
Fahrrinne - channel, navigable passageDie natürlich entstandene oder künstlich verbreiterte bzw. vertiefte Rinne in Küstengewässern, die meistens als Fahrwasser mit entsprechender Betonnung oder Befeuerung gekennzeichnet ist. Der Segler sollte sie, soweit möglich, meiden und der Berufsschifffahrt überlassen.
 
Fahrt - speed, way, voyageDie Bootsgeschwindigkeit, ausgedrückt in Seemeilen pro Stunde (sm/h) und bezeichnet als Knoten (kn): 1sm/h = 1 kn. Die Fahrt wird entweder direkt mit einem Log gemessen oder aus der Zeit berechnet, die das Boot für das Durchfahren einer bekannten Strecke benötigt. Der Begriff Fahrt wird auch als Kommando für das Einstellen der betreffenden Fahrstufe eines Motors, halbe Fahrt/langsame Fahrt/volle Fahrt, genutzt.
 
Fahrtensegeln - cruisingDer Bereich des Segelsports, der sich mit Langfahrten und Wanderfahrten befasst. Für das Fahrtensegeln wurden Fahrtenwettbewerbe entwickelt.
 
Fahrtwind - head wind, dead windDer durch die Fahrt entstehende Gegenwind, richtiger der Gegenwind mit der Windgeschwindigkeit der Fahrt über Grund. Der Fahrtwind und der atmosphärische Wind sind die beiden Komponenten, die Richtung und Geschwindigkeit des relativen
Bordwindes bestimmen.
 
Fall

Ein Stück Tauwerk, das zum Hochziehen und Herablassen von Segeln benutzt wird. Fallen gehören wie die Schoten zum "Laufenden Gut" eines Segelschiffes. Ein dreieckiges (Bermuda-) Segel hat nur jeweils ein Fall, das am obersten Punkt, dem Segelkopf angebracht ist, während ein Gaffelsegel zwei Fallen hat, das Klaufall und das Piekfall, mit denen die Gaffel hochgezogen wird.

Das traditionelle Material für Fallen waren Naturfasern wie Hanf oder Sisal, heute werden Fallen meistens aus Polyester gefertigt. Bei größeren Segeln werden zum Teil Stahlseile an Mastwinschen eingesetzt, auf Rennyachten extrem leichte und reckarme Seile aus Kohlefasern.

 
FancyworkSammelbezeichnung für alle Arten von Zierknoten u.ä., die man nicht aus seemännischer Notwendigkeit, sondern zur Verschönerung des Bootes und nicht auf Wache, sondern in der Freiwache anfertigt. Auch der Bau von Buddelschiffen gehört zur Fancywork.
 
Fehlerdreieck - cocked hatEin Dreieck, das sich in der Navigation ergibt, wenn sich drei Standlinien nicht in einem Punkt schneiden. Je kleiner das Fehlerdreieck, desto geringer wirkt sich eine Ungenauigkeit von Peilungen auf den Schiffsort aus, der dann in dem durch die Schnittpunkte des Fehlerdreiecks gezogenen Fehlerkreis liegt.
 
festmachen - to moor, to tie upEin Boot an seinem Liegeplatz im Hafen, am Steg oder Boje vertäuen. Dazu benutzt man die Vorleine und Achterleine.
 
Feudel - deck cloth, mopSeemännischer Ausdruck für ein Wischtuch aus groben Gewebe zum Reinigen von Deck oder Fussboden.
 
fieren - to lowerIm Zusammenhang 'Schotenfieren', d.h. man möchte die Segelstellung ändern, in dem man das Segel etwas lockert und weiter aufgehen läßt.
 
fliegendes TrapezVorrichtung bei schnellen Jollen und Kielyachten, um den beim Ausreiten fest mit dem Boot verbundenen Vorschotmann mit seinem lebenden Ballast fliegend einzusetzen.
 
Flut - flood, high tideBeim Wechsel einer Gezeit das Steigen des Wasserspiegels vom Tideniedrigwasser bis zum folgenden Tidehochwasser.
 
FlutgrenzeIn einem Tidegewässer der Ort, bis zu dem der Wasserspiegel im Rhytmus der Gezeiten und in Abhängigkeit von der Tide steigt oder fällt.
 
Flutwelle - tidal waveEine Welle auf der freien See, die eine wesentlich längere Wellenperiode als Windsee, Dünung oder Brandung hat. Die Welle der Gezeiten mit einer Wellenperiode von ca. 12 h und 25 min, die an ihren Auswirkungen mit Ebbe und Flut nur mittelbar als Flutwelle erkennbar ist.
 
Fock - jib, forestaysail

Im ursprünglichen Wortsinn ein 'Zieher', d.h. ein auf dem Vorschiff gesetztes Segel im Gegensatz zum Besan, dem 'Treiber'.

Fock und Genua
Im Unterschied zu einer Genua überlappt die Fock auf slup- und schonergetakelten Segelbooten die Mastsegel nicht, das Schothorn befindet sich vor dem Mast. Je nach Segelausstattung werden die Focken mit abnehmender Größe als „Fock I“, „Fock II“ und „Sturmfock“ bezeichnet.

Sturmfock
Eine Sturmfock wird bei schweren Wetterbedingungen gefahren. Sie hat deswegen eine kleine Segelfläche und ist aus besonders widerstandsfähigem Segeltuch gefertigt. Außerdem ist das Schothorn höher als bei einer Fock ausgeführt, damit die über das Vorschiff kommende See nicht so leicht in das Segel schlägt und so Rigg und Mast gefährdet. Die Sturmfock hat außerdem den Vorteil, dass sie erheblich mehr Vortrieb erzeugt als ein stark gerefftes Vorsegel.

Rollfock
Auf vielen slupgetakelten Segelbooten ist die Fock mit einer Rollanlage ausgestattet und wird als Rollfock bezeichnet. Mit dieser Einrichtung kann die Fock – meistens auf das Vorstag – aufgewickelt werden, um sie zu bergen oder um beim Reffen die Segelfläche zu verkleinern.

Selbstwendefock
Bei einer Selbstwendefock wird die Schot auf einer Leitschiene geführt. Das Vorsegel kann beim Wenden selbsttätig übergehen und bedarf keiner manuellen Bedienung.

Baumfock
Ebenfalls eine Selbstwendefock ist die Baumfock. Bei ihr wird das Unterliek an einem Baum geführt, was ein Kreuzen ohne Schotbedienung möglich macht.

 
Fockschot - fore sheet, jib sheetEine auf jeder Bootsseite und damit doppelt geführte Schot zum Bedienen der Fock.
 
FockschotbeiholerEin Beiholer mit einer Kausch o.ä., durch die die Fockschot läuft. Der Fockschotbeiholer dient dazu, den Holepunkt aus Gründen der Segeltechnik zu verändern und wird hauptsächlich auf Rennjollen (Barber-Hauler genannt) gefahren.
 
Formstabilität - hydrostatical stabilityDie Stabilität eines Bootes, die, im Gegensatz zu der Gewichtsstabilität, hauptsächlich von seiner Form, dem Bootskörperquerschnitt oder Spantenriss und dem Weg abhängig ist, in dem der Formschwerpunkt beim Krängen seitlich auswandern kann.
 
Freibord - freeboardDas an der Bootswand ermittelte vertikale Mass, um das das Oberdeck frei über der Wasseroberfläche liegt.
 
Funkboje - emergency positionHauptsächlich als Seenotfunkboje gebauter Schwimmkörper mit einem Kleinsender, Batterien als Stromquelle und selbsttätiger Einschaltvorrichtung.
 
Funkelfeuer - quick-flashing lightEin Leuchtfeuer, das sehr schnell auf einander folgende weisse oder farbige Blitze zeigt, mindestens 40 Blitze in einer Minute. Diese werde für die Navigation z.B. in einer Fahrrinne verwendet.
 
Funkfeuer - radio beacon

In Küstennähe angelegter und in der Seekarte mit RC bezeichneter Funksender. Funkfeuer senden ihre Zeichen auf verschiedenen Frequenzen mit verschiedenen Kennungen ununterbrochen. Gesendet werden Morsezeichen in Gruppen mit 2 Buchstaben, Worte sind auch möglich.

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von GPS wurden die Seefunkfeuer in Deutschland am 1. Januar 2000 abgeschaltet.

Die Stationen wurden zum Teil in DGPS-Stationen oder NDBs umgebaut.
 
Funknavigation - wireless navigationBestimmung des Schiffsortes und teilweise auch des Kurses mit Hilfe von elektromagnetischer Wellen, die von Land aus, z.B. Funkfeuer, gesendet und an Bord z.B. über den Funkpeiler empfangen werden.
 
Gaffel - gaffEin Rundholz oder eine bewegliche Spiere, die dem Hinausstrecken des oberen Teiles eines Gaffelsegels dient. Eine Gaffel kann an einem Flaggenmast auch als 'Flaggengaffel' benutzt werden.
 
Gaffelketsch - gaff ketchEine Ketsch mit Gaffeltakelung. Das Grosssegel ist in jedem Falle ein Gaffelsegel, der Besan kann entweder Gaffel- oder Hochsegel führen.
 
Gaffelsegel - gaff sailEin viereckiges Schratsegel. Das Unterliek wird durch den Grossbaum gehalten. Das Gaffelliek ist in eine Gaffel eingezogen oder an ihr angereiht. Die Lieken eines Gaffelsegels heissen Vor- oder Mastliek oder Kopfliek, die Ecken heissen Piek, Klauohr, Hals und Schothorn.
 
Gefahrenkreis - dangerous circleIn der Navigation die durch einen Abstandskreis gegebene und mit einem Gefahrenwinkel zu kontrollierende Begrenzung eines Gefahrengebietes.
 
Gegenkurs - opposite courseEin Kurs, der um 180 Grad entgegengesetzt verläuft.
 
Gegenstrom - counter currentDie dem Kurs entgegengesetzte Richtung des Stromes.
 
Gegenwind - head wind, dead windWind von vorn oder besser ausgedrückt: Der atmosphärische Wind, der aus der Richtung kommt, in die man gelangen will, oder der dem eigenen Kurs um genau 180 Grad entgegengerichtet ist. Der durch die Fahrt erzeugte Fahrtwind wird nicht als Gegenwind verstanden.
 
Gelcoat - Fein- o. DeckschichtDie äussere Harzschicht eines Bauteiles aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die bei der Fertigung zuerst in die Form gestrichen wird.
 
geographische Breite - geo. latitudeBezugsgrösse zur Bestimmung eines Schiffsortes, bezogen auf das Koordinatensystem der Erdoberfläche. Die Null-Koordinate ist hier der Äquator. Die Zählung der Breitenparallele erfolgt von dort aus von 0-90 Grad nach Nord oder Süd. Z.B. 86
Grad 6,9 Minuten Nord.
 
geographische Länge - geo. longitudeBezugsgrösse zur Bestimmung eines Schiffsortes, bezogen auf das Koordinatensystem der Erdoberfläche. Die Null-Koordinate ist hier der durch die Sternwarte von Greenwitch laufende, willkürlich festgelegte Halbkreis. Die Zählung der 360 Meridiane erfolgt von hier aus von 0-180 Grad nach Ost und West. Z.B. 059 Grad 7,6 Minuten Ost.
 
Germanischer Loyd - german loyd (GL)1867 gegründete deutsche Klassifikationsgesellschaft für Schiffe und Yachten, die eine freiwillige Bauaufsicht übernimmt, damit ein Boot eine entsprechende Klasse erhalten kann. Der GL gibt auch Bauvorschriften heraus, deren überwachte Einhaltung durch das Zeichen 'typgeprüft' an Bord ausgewiesen wird.
 
gesegelte Zeit - elapsed timeDie tatsächlich in einer Wettfahrt vom Durchsegeln der Startlinie bis zur Ziellinie benötigte Zeit.
 
Gewichtsschwerpunkt - centre of gravityDer Schwerpunkt, den man sich als Angriffspunkt aller auf den Bootsrumpf wirkenden Gewichte vorstellt. Dieser Punkt behält seine Lage bei jeder Krängung bei.
 
Gewichtsstabilität - stability of weightDie durch den Ballast und die Lage des Gewichtsschwerpunktes gegebene Stabilität, die auch vom Tiefgang abhängt.
 
Gezeit - tideDas durch die Anziehungskraft von Sonne und Mond erzeugte periodische Fallen und Steigen des Wasser in einer Tide.
 
Gezeitenstrom - tidal streamAuch Tidenstrom genannter, regelmässiger mit Ebbe und Flut seine Richtung wechselnder Strom, dessen genaue Richtung und Stärke im Gezeiten-Strom-Atlas enthalten ist.
 
Gleitsitz - sliding seatAuf Jollen mit geringer Formstabilität querschiffs zur jeweiligen Luvseite verschiebbar angeordnete Planke, auf der der Rudergänger ausserhalb des Bootsrumpfes sitzen kann.
 
Grossbaum - main boomDie bewegliche Spiere, die zum Ausstrecken des Unterlieks eines Grosssegels bei einer Schrattakelung dient.
 
Grossmast - mainmastDer grosse Hauptmast eines Bootes, bei einem Eineinhalbmaster der vordere, bei einem Dreimaster und mehrmastigen Schiffen der zweite Mast von vorn hinter dem Fockmast.
 
Grossschot - mainsheetDas durch mehrere Blöcke geschorene Ende, mit dem das Grosssegel bedient wird. Je nach dem Angriffspunkt am Grossbaum und der Halterung an Deck unterscheidet man eine Mittelschot oder eine Heckschot.
 
Grossschotwagen - travellerEine kleine Laufkatze, d.h. ein rollengelagerter, auch unter Belastung gleitender Beschlag, der querschiffs auf der Grossschotleitschiene läuft und durch Stopper in jeder beliebigen Position angehalten werden kann.
 
Grosssegel - mainsailDas am Grossmast gesetzte Schratsegel, das entweder mit losem Unterliek gefahren wird oder das fest mit dem Grossbaum verbunden ist. Das Grosssegel kann als Hochsegel, Gaffelsegel oder auch als Treisegel gefahren werden.
 
Grund - bottomDer Meeresgrund oder der Boden jedes Gewässes, das ein Boot befährt.
 
Grundsee - ground swellKurze, steile und überbrechende Welle, die bis auf den Grund reicht. Eine Grundsee wühlt den Meeresgrund auf und ist mit Sand durchsetzt.
 
Hacke - rudder shoeDas achtere untere Ende eines Kiels oder einer Kielflosse, weil hier ein Festruder sein unteres Lager findet das bei Berührung gegen Beschädigungen geschützt wird.
 
HakenreffMethode zum Reffen, bei der ein durch Gatchen auf einer Reffleiste verlaufendes Ende, das am Vorliek wie am Achterliek des Segels angeschlagen ist, nach dem entsprechenden Fieren des Segels über Reffhaken beidseits des Grossbaumes gehängt wird und damit das Unterliek des gerefften Segels hält.
 
Halber Schlag - half hitchDer einfachste Knoten, der aus einem Rundtörn des Tampens um die eigene feste Part besteht. Zieht er sich allein fest, ist er ein simpler Stopperknoten.
 
Halber Wind - wind abeamEin auf die Windachse des atmosphärischen Windes bezogener Kurs, der weder nach Luv noch nach Lee führt und damit halbwinds verläuft.
 
Hals - tackDer Hals eines Segels: Bei den heute üblichen Schratsegeln auf Jollen und Yachten die vordere untere Ecke des Segels, wo sich Unterliek und Vorliek treffen.
 
Halsen - gybing, jibingDas Wechseln der Windseite bei achterlichem Wind, das im Gegensatz zum einfachen Schiften immer mit einer Kursänderung verbunden ist.
 
Hauptabmessung - principal dimensionsDie wichtigsten Werte, die für die Grösse und Leistung eines Bootes angegeben werden müssen. Hier sind Grössen wie Lüa (Länge über alles), Büa (Breite über alles), LWL (Länge in der Wasserlinie), BWL (Breite in der Wasserlinie), Segelfläche, Gewicht (Eigengewicht des Bootes), Ballast, Motor (Art und Leistung / KW (PS)) zu nennen.
 
Hauptsegel - working sailAlle Segel, die beim normalen Segeln auf einem Amwindkurs gesetzt werden können und aus Gründen des Richtungsgleichgewichtes gesetzt werden müssen, z.B. Grosssegel/Fock.
 
Heck - sternDer hinterste Teil eines Bootes, das Gegenstück zu Bug.
 
heissen, hissen - hoistMit einem Ende oder einer Talje einen Gegenstand in die Höhe ziehen, z.B. ein Beiboot an den Davit, eine Flagge an die Saling o.ä. Das entsprechende Kommando: 'Heiss auf!', engl.: 'Hoist!'
 
Hochseeregatta - offshore race

Eine Seewettfahrt für Seekreuzer, die in Ausgleichsklassen nach der IOR-Formel oder ohne Vergütung in Tonnerklassen und auf Kursen segeln, die auf der freien See über Distanzenzwischen 200 sm und ca. 700 sm liegen.

IOR-Formel: Aus der englischen RORC und der amerikanischen CCA-Formel entwickelte und seit 1969 benutzte internationale Ausgleichsformel für seetüchtige Rennyachten.

 
Hochsegel - jib-headed mainsailIm Gegensatz zum Gaffelsegel ein dreieckiges Segel ohne eine Spiere an seinem Oberliek, das an bzw. hinter dem Mast mit einem einzigen Fall gefahren wird.
 
Hochtakelung - jib-headed rigDie Takelung mit Hochsegeln, in der Anfangszeit ihrer Ausbreitung im internationalen Yachtsport nach 1920 auch Marconi-Takelung genannt. Sie löste die Gaffeltakelung ab und verdrängt auch fast vollständig die Luggertakelung.
 
Horizont - horizonDer sichtbare Horizont oder die Kimm ist der Umkreis eines Beobachters, in dem sich Himmel und Erdoberfläche zu berühren scheinen.
 
in den Wind gehen - shooting head to winDas Boot in Richtung des atmosphärischen Windes legen oder aufschiessen, z.B. zum Anlegen, Ankern oder einfach zum Stoppen.
 
in Sicht - in sightEin Objekt, z.B. eine Landmarke, kommt in Sicht, wenn es nach der geographischen Sichtweite gerade über der Kimm erscheint (oder meteorologische Sichtweite).
 
induzierter Widerstand - induced restistEin Teil des aerodynamischen Gesamtwiderstandes, der z.B. am Segel durch den Druckunterschied zwischen Luv und Lee-Seite des Segels ausgelöst wird und durch das Bestreben der Luft gekennzeichnet ist, um den Kopf und das Unterliek herum in den Bereich des geringeren Luftdrucks auszuweichen.
 
International Catamaran Challenge TrophyAuch Kleiner America's Cup genannter Herausforderungspreis für Katamarane der C-Klasse. Wird jährlich ausgetragen.
 
Internationales SignalbuchInternational gültige Sammlung von Signalen unter Verwendung von Buchstaben-Flaggen, Zahlenwimpeln mit Signalen des Morsealphabetes etc.
In Kraft getreten ab 1.4.1969.
 
ISAF vormals IYRUInternational Yacht Racing Union - 1907 in London gegründet und 1919 wiedergegründeter internationaler Seglerverband. Er besteht aus einem ständigen Ausschuss und Unterausschüssen für die Wettsegelbestimmungen, für Bauvorschriften etc. Er vergibt die Welt- und Europameisterschaften und beschliesst die Olympischen
Klassen.
 
Isländer - isobarAus nicht entfetteter, dicker Schafswolle gestrickter Pullover, der kaum Feuchtigkeit aufnimmt, sehr warm hält und früher hauptsächlich von Hochseefischern getragen wurde. Von ihnen übernahmen ihn Segler und Seeleute.
 
Jolle - sailing dinghyUrsprünglich kleines, offenes, flachbodiges Strandfischerboot oder Beiboot, das auf Kriegs- oder Handelsschiffen zum Rudern oder Segeln benutzt wurde. Daraus entwickelte sich im Unterschied zum Kielboot oder zur Yacht ein leichtes kenterbares, offenes Schwertboot mit flachem Boden und entsprechender Segelfläche. Eine Jolle ist Formstabil, wird mit Ausreithilfen und fliegendem Trapez gefahren und kann nach dem Kentern wieder aufgerichtet werden.
 
Jumpstag - jumper stayEinfaches oder doppeltes Stag an der Vorderkante und in der oberen Hälfte des Grossmastes, das vorwiegend bei Dreiviertel-Takelung benutzt wird, um insbesondere bei einem Achterstag dem Masttopp ausreichende Sicherheit zu geben.
 
JüngstensegelscheinEin vom DSV 1973 eingeführter freiwilliger Führerschein für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren zur Führung von Jollen bis max. 10m² mit den notwendigen Elementar - Kenntnissen in Seemannschaft, Gesetzeskunde, Yachtgebräuchen und Wettsegelbestimmungen.
 
Jütt - shearlegs on deckBei einem Klappmast als Winkelhebel auf den Mastfuss gesetzte Spiere von der Länge der Vorsegelbasis, an der zum Mastlegen das Vorstag angeschlagen wird, während gleichzeitig eine Talje die Verbindung zum Bugbeschlag herstellt.
 
Katamaran - catamaran

Ein Doppelrumpfboot, das im modernen Segelsport aus den leichten, aber seetüchtigen Fahrzeugen der Polynesier übernommen und entwickelt wurde. Die Benennung geht auf einen südindischen Begriff zurück, der ein aus 'zusammengebundenen
Stämmen' bestehendes Fahrzeug bezeichnet.

schmalen Rümpfen oder Schwimmern nurEin Katamaran kann durch die einem Kielboot oder einer Jolle überlegene Querstabilität schneller als ein Einrumpfboot segeln, weil er trotz seiner grossen Breite mit seinen einen geringeren Reibungswiderstand und Wellenwiderstand überwinden muss, doch kann er gerade wegen dieser vorteilhaft hohen Geschwindigkeit nicht die gleiche Höhe wie ein langsameres Boot laufen.

Die nach Konstruktionsklassen eingeteilten Katamarane unterscheiden sich im Bau durch die A-, B-, C-, und D-Divisionen. Auch Seekreuzer können als Katamarane gebaut sein. Sie haben sich als seetüchtig auch bei Atlantik-Regatten oder bei Weltumsegelungen bewährt und halten hier die Recorde aller schnellsten Reisen. Sinngemäss zum Katamaran erfand man den Ausdruck TRIMARAN für ein Boot mit drei Rümpfen (einem grösseren Haupt- oder Mittelrumpf und zwei wesentlich kleineren Seitenrümpfen oder Schwimmern).

 
Kiel - keelDer unterste Mittellängsverband des Bootsrumpfes, der an den Bootsenden mit Vorsteven und Achtersteven verbunden ist und das Rückrat des Bootsrumpfes bildet. In Verbindung mit dem Kiel spricht man vom Loskiel und der Kielflosse, vom Kielballast und Ballastkiel.
 
Kieler Woche - Kiel WeekSeit 1882 mit wenigen Unterbrechungen (in den Jahren der beiden Weltkriege) gesegelte, älteste deutsche und bedeutendste europäische Regatta-Woche.
 
Kimm - visible horizonAuf See der natürliche Horizont, d.h. die sichtbare Linie, in der sich Himmel und Wasser treffen.
 
Klabautermann - hobgoblin, bogy man

Sagengestalt aus der Seemannswelt, die als guter Geist eines Schiffes gilt. Der Name stammt von 'Kalfatermann', einem heimlichen Helfer des Schiffszimmermanns der insbesondere bei Sturm und Havarie bei der Leckabdichtung half. Doch benutzt der Klabautermann den Kalfathammer auch zum mahnenden Schlagen gegen die Bordwand, wenn er von der Besatzung schlecht behandelt wird oder die Crew nicht ihre Pflicht tut.

An Bord macht er sich durch Polter- und Bumsgeräusche bemerkbar. Man sagt, „Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er.“ Sein Aussehen gleicht dem eines Matrosen – mit Hammer und Pfeife manchmal auch mit Seemannskiste, mit roten Haaren und grünen Zähnen. Zeigt er sich, so ist dies ein schlechtes Zeichen. Er verlässt das Schiff erst, wenn es untergeht. 

 
klarieren - to clear in or outEin Boot bei den Hafenbehörden zum Ein- oder Ausklarieren an- oder abmelden.
 
Klipper - clipperDer schnelle Typ eines Segelschiffes im 19. Jh., der ausschliesslich auf Geschwindigkeit ausgelegt war. Klipper segelten zur Zeit des Goldrausches von der amerikanischen Ostküste rund um Kap Horn zur Westküste und umgekehrt. Sie verkehrten als 'Teeklipper' im China- und Australienhandel.
 
KlüverAuch Klüversegel. Ein Stagsegel, das vor der Fock gefahren wird.
 
Knoten - bend, hitchHauptsächlich Stek genannt die jederzeit lösbare Verbindung zweier Enden z.B. als Schotstek, die Befestigung beim Festmachen z.B. als Webeleinenstek. Mit Knoten lassen sich Objekte befestigen oder Leinen miteinander verbinden. Die wichtigsten Knoten sind hier erklärt.
 
Knoten - knot

Mit der Abkürzung 'kn' die Masseinheit fuer die Bootsgeschwindigkeit, die Fahrt (durch das Wasser). 1 Knoten (kn) entspricht 1 Seemeile (sm) pro Stunde (h), das sind 1852 m/h oder ca. 0,5 m/sec.

Die Bezeichnung leitet sich aus den Knoten her, die beim ursprünglich seemännischen Messverfahren zur Markierung in der Leine am Logscheit dienten (während eine Sanduhr ablief, wurde die Anzahl der abgelaufenen Knoten gezählt).
 
Koralle

Die Koralle wurde ab den 70er Jahren bis in die frühen 80er Jahre durch die Atlanta Bootsbau GmbH in Weitnau, Allgäu, hergestellt. Es handelt sich dabei um eine Jolle in Knickspant-Bauweise aus Sperrholz. Später wurde die Konstruktion auf die Rundspantbauweise mit GFK-Rumpf umgestellt.

Aufgrund ihres geringen Gewichtes und des teilbaren Mastes ist die Koralle zum Autodachtransport geeignet. Die Segelfläche beträgt je nach Ausführung 8,5 m² und 10,5 m². Die Yardstickzahl des Bootes mit der Segelfläche von 8,5 qm ist 121.

 
Kreuzen - beatingDas Segeln zu einem Ziel in Luv, das man nicht direkt gegen die Windrichtung, sondern nur auf einem Amwindkurs mit wechselnden Kreuzschlägen auf dem einen oder dem anderen Bug erreichen kann.
 
Kreuzertrimaran - cruising trimaranEin seefähiger Trimaran mit Kajüte. Ein Seekreuzer, der als Mehrrumpfboot gebaut ist.
 
Krängung - heeling, to heelSich neigen, nach einer Seite überlegen oder überliegen. Als Krängung wird eine kurzzeitige, aber auch anhaltende Neigung des Bootes um seine Längsachse verstanden, die durch eine Krängungskraft, hauptsächlich durch Wind, erfolgt.
 
Krängungsmoment - heeling momentBei der Krängung das Produkt aus Krängungskraft (im Segeldruckpunkt) und deren Abstand von der entsprechenden Bezugsachse, die durch den Lateraldruckpunkt verläuft und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, in der Wasseroberfläche liegt.
 
Kurs - courseDie Richtung, die ein Boot steuert oder in die es segelt. Der Kurs kann auf die Windrichtung, auf eine geographische Richtung oder auf die Umgebung bezogen werden (Kurswinkel zur Windachse, oder Kreuzkurs mit halben oder dreiviertel Wind).
 
Kurswinkel - course angleDer Winkel zwischen dem Kurs, d.h. der Kielrichtung des Bootes, und einer Bezugsrichtung (z.B. Windachse des atmosphärischen Windes).
 
Küste - coastIm allgemeinen Sprachgebrauch das Übergangsgebiet vom Festland zum Meer, d.h. ein Grenzgebiet, das sowohl Festlandsflächen wie landnahe Inseln und die dazwischen liegenden Meeresteile (z.B. das Wattenmeer) umfasst und auch Küstengebiet genannt wird.
 
Lagune - lagoon, sea lakeDurch Dünen, Riffe u.a. schmale Landstriche von der See abgegrenztes Revier mit weniger Seegang, flacherem Wasser und Landschutz.
 
lamelliert - lamellatedAus mehreren Schichten verleimt, z.B. Platten aus Bootsbausperrholz. Um eine gewünschte Form oder Rundung bei grosser Festigkeit zu erhalten, lassen sich Spanten, Pinnen und Teile der Einrichtung und Ausrüstung aus optischen Gründen sogar aus verschiedenfarbigen Holzarten lamellieren.
 
Landeffekt - land effectLandeinwirkung bei einer Funkpeilung. Ablenkung des Peilstrahls beim Übergang der Funkwellen von Land auf See bzw. umgekehrt, insbesondere bei einem nicht senkrechten Auftreffen auf die Küste.
 
Landmarke - landmarkVon See aus gut sichtbarer und unverwechselbarer Punkt an der Küste, der zur Schiffsortbestimmung in der terrestrischen Navigation benutzt werden kann. Eine  markante Landmarke kann ein Einzelbaum, ein Schornstein, ein Sendeturm, Bake, Mühle, Windrad oder ähnliches sein.
 
Landwind - offshore wind, landbreezeDurch thermische Einflüsse bei starker Sonneneinstrahlung an der Küste in der Regel nur nachts auftretender ablandiger Wind geringer Windgeschwindigkeit, der am Tage durch den Seewind abgelöst wird.
 
Lateinersegel - lateen sailDreieckiges Segel, das an einer langen gebogenen Spiere gefahren wird, die in einem Winkel von ca. 45° vom Bug nach achtern reicht und auf ca. einem Drittel ihrer Länge am relativ kurzen Mast gesetzt ist.
 
Lateraldruckpunkt - centre of pressureWie der Segeldruckpunkt hat er keine feste Position sondern bewegt sich. Wenn der Rumpf bei einer Krängung seine Lage zur Wasserstömung ändert, wandert der Latelraldruckpunkt nach vorn.
 
lavieren - to beatVeralteter Ausdruck für Kreuzen; aber noch für die Bewältigung einer schwierigen Kreuzstrecke mit engem Fahrwasser, geringer Wassertiefe, ungünstigem Wind und ähnlichem benutzt.
 
Lee - to leeward, down windDie Richtung, in die der Wind weht. Das Gegenteil ist Luv. Der Begriff Lee wird vielfach gebraucht, z.B. Leeküste, Leebug.
 
Leebug - lee bowBeim Segeln in Tidengewässern ein Kurs, bei dem die Richtung des Stromes gegen die Leeseite des Bootes gerichtet ist. Man wählt bei jedem Kurs nach Luv nach Möglichkeit immer den Lee oder läuft mit Lee, weil man dabei größere Höhe halten kann und mehr Fahrt laufen kann.
 
LeegeschwindigkeitAuf Kursen nach Lee in Richtung der Windachse und auf ein Ziel zu. Die in Lee erzielte Geschwindigkeit.
 
Leitfeuer - leading lightEin einzelnes Leuchtfeuer das ein Fahrwasser oder eine Hafeneinfahrt bezeichnet.
 
Leuchtturm - lighthouseLandfestes Seezeichen, das ein Leuchtfeuer trägt und mit anderen Signalanlagen für die Schifffahrt ausgerüstet ist.
 
Liegeplatz - berthDie der Länge eines Bootes angepaßte Stelle, an der es kurzfristig oder längere Zeit liegen kann. Z.B. in einem Hafen.
 
Lloyds Register of YachtsErstmals 1878 von der Klassifikations- und Versicherungsgesellschaft Lloyds (Register for Shipping) veröffentlichte Liste mit Yachten, die bei Lloyds versichert und nach den speziellen Bauvorschriften für Yachten in Holz gebaut wurden. Die ersten Bauvorschriften für Stahlyachten erschienen 1888, seit 1934 wurden die Yachten um den America's Cup von Lloyds klassifiziert.
 
Logbuch - log, boat's log bookDas Boots- oder Schiffstagebuch, das in der Berufsschiffahrt gesetzlich vorgeschrieben ist und oft für verschiedene Bereiche getrennt z.B. als Funk- oder Maschinentagebuch geführt wird.
 
Lot - leadMeßgerät zur Bestimmung der Wassertiefe.
 
Lotse - pilotVon Behörden zugelassener ortskundiger Berater, der berufsmäßig Schiffe von See aus über die Seeschiffahrtsstraßen in die Häfen oder auf umgekehrtem Wege wieder hinaus begleitet.
 
Luv - windward, up windDie Richtung, aus der der Wind kommt. Die gegen den Wind gerichtete Richtung. Das Gegenteil ist Lee.
 
luvwärts - to windwardIn Richtung Luv. Man kann ein Hindernis luvwärts umsegeln, ein anderes Boot luvwärts überholen, und von mehreren Yachten kann sich eine, (die am entferntesten) luvwärts befinden. Diese Yacht wird dann zur Luvyacht.
 
Luvyacht - windward yachtEin Begriff der Wettsegelbestimmungen für die Ausweichregeln: Wenn zwei Yachten auf dem gleichen Bug segeln und keine klar achteraus liegt, dann ist die luvseitige von beiden die Luvyacht, die andere ist die Leeyacht.
 
Lüa - l.o.a.L.ü.a. ist eine Abkürzung für die Hauptabmessung "Länge über alles". Ähnlich Büa - Breite über alles.
 
Länge - lengthIm Internationalen Einheitssystem (SI) eine Basisgrößenart mit der Einheit „Meter" und seinen dezimalen Vielfachen und Teilen. Andere Längeneinheiten sind z.B. Seemeile, Faden, Fuß.
 
Länge, astronomische - observed longitudDer Winkelabstand eines Gestirnes vom Frühlingspunkt, rechtsläuftig von 0° - 360° auf der Ekliptik bezeichnet.
 
Länge, geographische - longitudeDer in Grad gemessene sphärische Winkel am Erdpol zwischen dem (Null-) Meridian von Greenwich, bis 180° nach Ost und West bezeichnet. Dementsprechend eine östliche und  westliche Länge.
 
Längsriss - logitudinal elevationIn einem Linienriß der Aufriß, der den Bootsrumpf in einer seitlichen Projektion zeigt. Dabei liegt das Vorschiff im allgemeinen rechts. Man unterscheidet dabei eine Außen- und eine Innenansicht als vertikalen Längsschnitt in der Kielebene.
 
Manöver - manoeuvre
  1. Im ursprünglichen Wortsinn die Sammelbezeichnung für alle Tätigkeiten an Bord mit vielfältiger Handarbeit wie z.B. Anker - setzen, bergen.

  2. Auch die damit verbundenen Bewegungen des Bootes, denen diese Verrichtungen gelten oder mit denen sie verbunden waren, z.B. Ablegen, Anlegen, Wenden, Halsen.
 
Mars - topNach dem germanischen Wort 'maers' Ausdruck für Korb. Ein Standplatz für den Ausguck am Masttopp.
 
Massivholz - solid woodNatürlich gewachsenes Holz für den Bootsbau, z.B. Mahagoni, Eiche, Teak.
 
Mast - mastHauptteil der Takellage und Voraussetzung für das Setzen der Segel. Er besteht auf Yachten als Pfahlmast aus einem Stück, auf Rahseglern aus mehreren Teilen, wobei der Untermast durch die Marsstenge verlängert wird. Der einzelne Mast wird auch Großmast genannt, bei mehrmastigen Segelschiffen spricht man z.B. von Besan-Masten.
 
Mastbiegung - mast bendDas Vermögen eines flexiblen Mastes, seine gerade Haltung zugunsten einer gewollten Kurve längsschiffs und querschiffs zu verändern, wenn man die entsprechenden Beschläge oder Trimmvorrichtungen betätigt.
 
Mauritius-OrkanTropischer Wirbelsturm, der in den Monaten Dezember bis März im südlichen Teil des indischen Ozeans vorkommt.
 
MaydayIm internationalen Seefunkdienst festgelegtes Kennwort für einen Seenotfall. Der Notruf entspricht der Bedeutung: 'Helfen Sie mir!'
 
Mercator-Projektion - mercator's projectWinkeltreue Abbildung der Erdoberfläche auf einen Zylinder, der die Erdkugel am Äquator berührt und als 'Mercator-Karte' ausgeschnitten und abgewickelt wird.
 
Meridian - meridianAuf der Erde der vom Nordpol zum Südpol verlaufende halbe Großkreis, dessen Ebene den Erdmittelpunkt schneidet und der alle Orte verbindet, in denen die Sonne beim Meridiandurchgang im wahren Mittag steht und die wahre Ortszeit dann 12.00 Uhr ist.
 
Meridian von GreenwichAuch Nullmeridian bezeichneter, durch die Sternwarte Greenwich bei London verlaufender Meridian. Von diesem Meridian aus erfolgt die Zählung bis 180° nach Ost und West.
 
meteorologische NavigationPlanung und Durchführung einer Reise, insbesondere einer Langfahrt, einer Atlantikreise oder die Überquerung eines Ozeans mit einer Kurswahl, die die Erkenntnisse und Erfahrungen der Meteorologie verwertet.
 
Middle Sea RaceEine Hochseeregatta, die jährlich in Malta gestartet wird und über eine Distanz von 630 sm rund Lampedusa, Pantelleria und Sizilien zurück nach Malta führt. Bei ungewissen, meistens nicht flauten Winden und z.B. in der Straße von Messina auch schwierigen Strombedingungen mit guter internationaler Konkurrenz gesegelt.
 
Mindesgeschwindigkeit - minimum speedBeim Rennsegeln die in der Segelanweisung direkt in Knoten oder indirekt als Zeitbegrenzung bis zum Zieldurchgang angegebene und jeweils auf das erste, durch das Ziel gehende Boot bezogene Geschwindigkeit, die erreicht werden muß, um die Wettfahrt werten zu können.
 
MistralKalter Mittelmeerwind, der ablandig zwischen Nordwest und Nord an der französischen Südküste und der benachbarten italienischen Küste bis Genua, aber weniger an der durch Gebirge gut geschützten Riviera weht.
 
Mittelschiff - middle bodyDer Teil eines Bootes oder Schiffes, der zwischen Vorschiff und Achterschiff liegt.
 
mittschiffs - midshipsDie Mitte des Bootes querschiffs wie längsschiffs, sowohl zwischen Vorschiff und Achterschiff als auch zwischen Backbord und Steuerbord gelegen.
 
Mitwindkurs - down wind courseEin auf den atmosphärischen Wind bezogener Kurs zum Wind, auf dem das Ziel in Lee und genau in Richtung der Windachse liegt.
 
Mole - pierAus Stein, Stahl und Beton errichteter Damm, der eine Hafeneinfahrt gegen Seegang, Brandung, Strom und Versanden schützt. Auf einem Molenkopf ist oft ein Seezeichen/Leuchtfeuer als Molenfeuer errichtet.
 
Morsealphabet - Morse codeVon Samuel Morse erfundenes Kurzzeichensystem für Buchstaben, Zahlen und Zeichen (Morsezeichen), das aus unterschiedlichen Kombinationen von kurzen und langen Impulsen mit dazwischen liegenden Pausen besteht.
 
Morsefeuer - Morse lightEin Leuchtfeuer, dessen Kennung aus Lichterscheinungen nach dem Morsealphabet besteht.
 
MorsezeichenDas Verhältnis von kurzem Impuls (Punkt) zu langem Impuls (Strich) oder von Impuls zu Pause beträgt 1:3, der Abstand zwischen zwei Wörtern ist sieben Punkte lang.
 
MothAus Sperrholz oder GFK gebaute internationale Klasse, erfolgreiche Einmann-Renn-Jolle.
 
Motorsegler - motor sailerEine Kreuzeryacht, die zwei wertgleiche Antriebsarten durch Motor und Besegelung besitzt und unter Vollzeug in einer Vollzeugbrise annähernd die gleiche Fahrt wie mit Motor läuft.
 
Navigation - navigationSammelbezeichnung für alle Vorgänge und Tätigkeiten, um ein Fahrzeug über See auf dem kürzesten Weg zu einem Ziel zu führen und dabei den Kurs festzulegen und den Schiffsort zu bestimmen. Die Navigation ist ein Teilgebiet der Nautik und wird an Bord vom Schiffer durchgeführt, wenn kein anderer als Navigator eingesetzt worden ist.
 
NordseewocheJährliche Veranstaltung der Hochseesegler mit einer Regatta, zu der Wettfahrten auf Dreiecksspuren, z.B. Rund Helgoland, und Zubringer-Wettfahrten von und nach Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg gehören.
 
Nordstern - north star, pole starAuch Polarstern genannter Fixstern im Sternbild des kleinen Bären, nur um ca. 1,5° neben dem Himmelsnordpol und damit bei guter Sicht ein optisch wichtiger Richtungspunkt für rechtweisend Nord.
 
Normal Null (NN) - tidal datumSeit 1879 gültiger Bezugspunkt für alle Höhenmessungen in Deutschland, auf einen Höhepunkt an der Sternwarte Berlin bezogen. Normal Null entspricht etwa dem Tidemittelwasser an der deutschen Nordseeküste und dem mittleren Wasserstand der Ostsee und wird in der Geographie auch als 'über dem Meeresspiegel' bezeichnet.
 
Notflagge - distress flagEin Notsignal, gegeben mit einer viereckigen Flagge und einem Ball darunter oder darüber. Auch die Buchstabenflaggen November-Charly (NC) sind Notflaggen.
 
Notmast - jury mastNach einem Mastbruch mit Hilfe einer Spiere behelfsmäßig geriggter Mast.
 
Notruf - distress callEin im Falle der Seenot im Funkverkehr abgegebenes Notsignal: In der Morsetelegraphie durch die Morsezeichen SOS (...---...), im Sprechfunk durch das Wort 'Mayday'.
 
Notsegel - jury sailEine Besegelung, die behelfsmäßig aber funktionssicher gesetzt wird, wenn die Hauptsegel beschädigt und Beisegel als Ersatzsegel nicht vorhanden sind.
 
Oberdeck - upper deckDas Deck, das den Bootsrumpf nach oben abschließt und ihm seine Festigkeit gibt. Es kann in Längs- und Querschiffsrichtung durchlaufen oder auch durch einen Aufbau unterbrochen werden.
 
Oberflächenströmung - surface currentDie waagerechte Wasserbewegung in einer Meeresströmung, die sich nur auf die obersten Wasserschichten bis zu einer Tiefe von max. 200 m erstreckt, die durch die gleichgerichtete Luftströmung in den großen planetarischen Windsystemen entsteht und auch Driftströmung genannt wird.
 
Oberliek - head ropeDie obere Kante eines viereckigen Segels, z.B. beim Gaffelsegel auch Gaffelliek genannt.
 
offshore - vom Lande entferntAuf die Windrichtung, auf einen Kurs oder Ziel bezogen 'vom Land ab', 'von der Küste weg', z.B. als ablandiger Wind.
 
OhnmachtssicherheitEine Forderung für Rettungswesten, die so konstruiert und gebaut sein müssen, daß der Körper eines Schwimmers unter allen Bedingungen in der Rückenlage schräg im Wasser schwimmt und dabei Mund und Nase auch bei Schlaf oder bei Ohnmacht sicher über der Wasseroberfläche gehalten werden.
 
Okklusion - occlusionDas Verschmelzen von Warm- und Kaltfront in einem gealterten Tief, wenn die schnellere Kaltfront die Warmfront eingeholt hat. Merkmale: Beim Herannahen fallender Luftdruck, wachsende Bewölkung und auffrischender Wind, beim Durchgang Böen, Niederschlag und mäßige Sicht, beim Abzug rechtsdrehender und abflauender Wind, Sichtbesserung nach vereinzelten Schauern und Druckanstieg.
 
Olympische Klasse - Olympic classAuf Vorschlag des entsprechenden Landesverbandes für die Olympischen Regatten ausgewählte Internationale Klassen, zu denen eine Einmannjolle, Zweimannjolle, Rennkielyachten-Klassen und eine Katamaran-Klasse gehören.
 
optimale Fahrt - optimum speedDie größtmögliche Geschwindigkeit, die ein Boot erzielen kann. Sie ist nur bei ausreichender Windgeschwindigkeit, auf raumen Kursen sowie mit optimalem Anstellwinkel der Segel zu erreichen.
 
optimale HöheDer Kurswinkel eines Bootes in Bezug auf die Richtung des atmosphärischen oder wahren Windes, mit dem es die größte Höhe bei ausreichender Fahrt und geringer Abdrift segelt.
 
optimaler AmwindkursDerjenige Kurs, auf dem ein Boot seine optimale Leistung auf einem Amwindkurs, d.h. beim Kreuzen erreicht, auf die Richtung des atmosphärischen Windes bzw. die Windachse bezogen.
 
optimaler AnstellwinkelDer Anstellwinkel, bei dem z.B. das Segel als aerodynamisches Profil die größte nützliche Kraft bei gleichzeitig geringstem Widerstand erzeugt.
 
optimaler VorwindkursDer günstigste Winkel zwischen der Richtung des atmosphärischen Windes und dem Kurs, mit dem das Boot die größte Leegeschwindigkeit erreicht.
 
Orbitalbewegung - orbital motionDie nahezu kreisförmige Bewegung, die ein Wasserteilchen an der Wasseroberfläche im Seegang bei den Wellenschwingungen während einer Wellenlänge in vertikaler Richtung beschreibt.
 
Orbitalströmung - orbital flowEin räumlich begrenzter Oberflächenstrom, der durch die Orbitalbewegung im Seegang entsteht. Die Orbitalströmung ist auf dem Wellenberg in Fortpflanzungsrichtung der Wellen, im Wellental ihr entgegengesetzt gerichtet und auf der Vorder- und
Rückseite der Wellen weitgehend neutralisiert.
 
Orkan - hurricaneMit dem Hurrikan sprachverwandte Bezeichnung für Windgeschwindigkeiten um 32 m/sec, 118 km/h oder 64 Knoten.
 
OzeankarteEine Seekarte im großflächigem Maßstab von 1:5 000 000 und kleiner, an Bord auch 'Übersegler' genannt, die zur Wahl des Reiseweges und zum Absetzen von Kursen und Distanzen auf großen Strecken dient.
 
Paddel - paddleAusrüstungsteil zur Fortbewegung des Bootes mit Muskelkraft, ungefähr armlang und auf der einen Seite mit einem breiten Blatt für die Wasserarbeit, auf der anderen mit einem Handgriff versehen.
 
Panamakanal - Panama ChannelEine 81 km lange, 1914 eröffnete Wasserstraße, die den karibischen Atlantikhafen Colon mit dem Pazifikhafen Balboa verbindet. Der Panamakanal verkürzt den Weg von New York nach Japan um ca. 4.000 sm. Er ist auf beiden Ozeanseiten bis ca. 13 km landeinwärts ein Seespiegelkanal.
 
Passat - trade windEin Wind des planetarischen Windsystems, der im Passatring beiderseits des Äquators ganzjährig und annähernd gleichmäßig weht. Durch die Erddrehung wird der Passat nach Osten abgelenkt, so daß auf der Nordhalbkugel ein Nordost-Passat und auf der Südhalbkugel ein Südost- Passat weht.
 
PassatsegelSpeziell für die raumen Kurse im Passat gefertigte Segel der Seekreuzer: Früher wurde eine Breitfock bevorzugt, die anstelle von Großsegel und Vorsegeln gesetzt wurde. Heute zieht man eine Doppelfock bzw. einem Doppelspinnaker vor, deren Schoten unmittelbar
zur Pinne geführt werden, damit sich das Boot, insbesondere bei Einhandseglern, unter Passatsegel selbst steuern kann.
 
PatchEin auf das Segel aufgesetzter Flicken. Er soll entweder einen Riß im Segel ausbessern oder zum Schutz bei stark beanspruchten Segelstücken dienen.
 
peilen - to take a bearingDie Richtung zum Objekt, z.B. einer Landmarke feststellen.
 
Peilscheibe - pelorusEine vom Kompaß unabhängige, fest mit dem Boot verbundene, meist kardanisch (gleichbleibende horizontale Lage) aufgehängte Richtungsrose mit Visiereinrichtung, die in der Bootslängsachse ausgerichtet ist und eine 360°-Teilung hat; sie kann auch in Deckschuhen gehaltert und nach Gebrauch wieder verstaut werden.
 
Pinne

Ruderpinne, ein waagerechter Hebel zum Betätigen des Ruders, als "Segelpinne" besonders lang.

Die Pinne unterscheidet sich von einem Steuerrad vor allem dadurch, dass sie unmittelbar mit dem Schiffsruder (der Steueranlage) verbunden ist; die Bewegungen eines Steuerrads werden hingegen über Seilzüge auf das Ruder übertragen. 

 
Pinnenausleger - tiller extensionHinter dem Handgriff der Ruderpinne horizontal schwenkbar und über einen Universal-Beschlag umklappbarer Holz- oder Metallstab, der beim Ausreiten in der Hand des Rudergängers liegt und beim Ruderlegen den seitlichen Abstand zur Pinne überbrückt.
 
PiratAus Holz, Sperrholz oder GFK gebaute Zweimann-Jolle, die 1939 von Carl Martens konstruiert wurde und die verbreiteste Nationale DSV-Verbandsklasse ist.
 
planetarisches WindsystemDurch die unterschiedliche Erwärmung der Erde in der Sonneneinstrahlung steigt die Luft am Äquator auf und fließt in größeren Höhen in Richtung auf die Pole ab. Auf ca. 30° Nord und Süd steigen die Luftmassen in den kälteren Regionen wieder zum Erdboden ab und fließen zum Äquator zurück. Diesen Luftkreislauf nennt man den Passatring.
 
Positionslaterne - navigating lanternEine vom DHI (Deutsches Hydrographisches Institut) zugelassene Laterne, mit der die gemäß SeeStrO, SeeSchStrO oder BinSchStrO vorgeschriebenen Lichter mit ihrer Mindestragweite und der richtigen Lichtverteilung gezeigt werden können.
 
Prau - praw, proaEin Doppelrumpfboot aus Indonesien und Polynesien, das einen schlanken Hauptrumpf hat, der Mast und Segel trägt, aber nur mit einem Ausleger oder Schwimmer gebaut ist, der immer in Lee liegt. Eine Prau ist praktisch ein Doppelbugboot und kann den Großbaum um 180° schwenken. So sind durch ein besonderes Manöver zum Wenden alle Kursänderungen wie mit jedem anderen Schratsegel üblich. Abwandlungen hierzu: Katamaran und Trimaran.
 
ProfilmastEin über die übliche Stromlinienform des festen Mastes hinaus nach achtern verlängertes Mastprofil. Ein Profilmast ist meistens auch drehbar angeordnet und entweder Teil eines halbstarren Segels oder wird mit einem Lattensegel gefahren.
 
ProfilsegelIm Gegensatz zum normalen Tuchsegel oder Lattensegel, die mit einem weichen oder halbstarren Segelprofil arbeiten, ein Starrsegel in Stormlinienform mit beidseitgen konvexen und unveränderlichen Wölbungen.
 
querab - abeam, abreastRichtungsangabe für eine Seitenpeilung von 90° 8' (90 Grad 8 Minuten) von vorn oder achtern und eine waagerechte Richtung senkrecht zur Längsschiffsrichtung. Ein Objekt peilt man quer oder dwars, z.B. an Steuerboard.
 
querschiffs - athwart shipIn einer Linie senkrecht zur Längsschiffsrichtung oder Kielrichtung, im rechten Winkel zu längsschiffs. Immer innerhalb des Rumpfes oder an Deck verstanden und von querab zu unterscheiden.
 
querschlagen - to broach toDurch Fehler des Rudergängers oder die Gewalt der nachlaufenden See bei achterlichem Wind verursachtes Anluven, das immer mit extremer Krängung verbunden ist. Dabei kann das Boot im Wellental breitseits durch den nachfolgenden Brecher vollschlagen, kentern oder über Kopf gehen, wenn es nicht nur den Mast bricht.
 
Radar - radio detectionEin Verfahren der Navigation, zur Vermeidung von Kollision, das die Position von Zielen und Objekten nach Richtung und Entfernung mit Hilfe einer elektrischen Echomethode zu bestimmen erlaubt.
 
Radialschnitt - radial cutEin Segelschnitt, bei dem die Bahnen des Segeltuches radial vom Vorliek zum Schothorn verlaufen und sich der Winkel zu dem Schlußfaden verändert; auch Strahlenschnitt genannt.
 
Radsteuerung - wheel steeringIm Gegensatz zur direkten Steuerung eines Bootes über die Ruderpinne eine indirekte, bei der das Ruder über Steuerrad, Steuerseileund einen Ruderquadranten auf dem Ruderschaft bedient wird. Daneben gibt es noch andere mechanische oder hydraulische Steuereinrichtungen.
 
Raffee - raffeeEin Beisegel auf Rahseglern oder bei Benutzung einer Breitfock, das von den Nocken der Rah bis zum Masttopp gesetzt wurde und die Form eines flachen Dreiecks hatte.
 
Rah - yardLange, kräftige Spiere, die in der Mitte waagerecht an der Vorkante des Mastes befestigt und seitlich schwenkbar sowie in der Höhe verstellbar auf einem Rack angeschlagen ist.
 
Rahsegel - square sailRechteckiges Segel, das an einer Rah gefahren wird. Die obere Kante heißt Kopf, die Seiten Lieken und die Unterkante Fuß.
 
Rahtakelung - square rigEine Takelage mit Rahsegeln als Hauptsegeln, die in der Zeit der Segelschiffahrt benutzt wurde und sich in der prinzipiellen Seemannschaft und Segeltechnik grundlegend von der Handhabung der Schratsegel unterscheidet, die Yachten führen.
 
Raum! - hailing for roomBeim Rennsegeln üblicher und durch die Wettsegelbestimmungen geforderter Zuruf, um ein anderes Boot auf das eigene Wegerecht aufmerksam zu machen oder den zum Runden oder Passieren eines Hindernisses oder einer Bahnmarke notwendigen Manövrierraum von diesem zu erhalten.
 
raume See - fair seaEin günstiger Seegang von annähernd Dwarssee bis achterlicher See. Ein offener Seeraum mit großer Wassertiefe und weiter Entfernung zur Küste.
 
raumer KursEin Kurs mit raumen Wind auf einem Dreieckskurs die Strecke von der Luvmarke zur Leemarke über die seitlich dazu ausgelegte Raumschots-Marke, auf der mit dem Spinnaker gefahren und eine Jolle ins Gleiten gebracht werden kann.
 
raumer Wind - free windEin günstiger Wind, der raum einkommt und mit dem man nicht mehr am Wind segelt.
 
Raumschotkurs - reachingEin Kurs, auf dem die Segel für raumen Wind geschotet sind. Dabei kann man mit entsprechendem Fieren und Holen der Schoten abfallen oder anluven.
 
recht - right, trueNautisch genau, richtig, gerade z.B. bei recht achteraus.
 
recht achteraus - right asternGenau in Kielrichtung achteraus.
 
Recht so! - steady!Ein Ruderkommando, um z.B. nach einer Kursänderung oder Drehung den im Augenblick des Kommandos anliegenden Kurs zu halten oder zu steuern.
 
Ree! - lee O!Das zu einem einzigen kennzeichnenden Laut zusammengezogene Kommando 'Ruder nach Lee!', das auf größeren Yachten und Segelschiffen der Schiffer sowohl für den Rudergänger als auch für die Crew gibt. Auf einer Jolle oder einem Seekruezer erteilt es der Rudergänger selbst, wenn das Boot nach dem Kommando 'Klar zum Wenden!' andreht und die Fockschot losgeworfen werden soll, damit das dann luvgierig werdende Boot schneller und sicherer über Stag geht.
 
Reederei - shipping companyNach dem Handelsrecht eine Gesellschaft zum gewerbsmäßigen Transport von Personen und Gütern mit See- und Binnenschiffen.
 
Reff - reefDer Teil des Segels, der zum Reffen eingerichtet ist oder die Art des Reff, auch Reffeinrichtung genannt. Urspünglich sprach man vom ersten oder zweiten Reff, entsprechend der unteren oder oberen Reffleiste, bis zu der das Segel beim Reffen zum Baum gefiert und mit Reffbändseln eingebunden wurde.
 
reffen - to reffZeitweiliges Verkleinern der Segelfläche, hauptsächlich des Großsegels, bei wachsender Windgeschwindigkeit. Um die gefährliche Arbeit des Reffens an Deck zu vereinfachen und die Arbeitszeit zu verkürzen, wurden zunehmend moderne Reffeinrichtungen entwickelt. Z.B. Bindereff, Rollreff, Federreff.
 
Refraktion - refractionIn der astronomischen Navigation die zu beachtende Strahlenbrechung, mit der die aus dem Weltall kommenden Lichtstrahlen durch die Lufthülle über der Erde abgelenkt werden.
 
Regatta - regattaWettfahrtreihe, die aus mehreren Rennen besteht.
 
Regattabahn - race courseDer durch Bahnmarken gekennzeichnete Kurs für eine Regatta. Je nach zu fahrendem Kurs z.B. Seeregatta oder olympischer Kurs gibt es Unterscheidungen.
 
Regattasegeln - racing/regatta sailingSportlicher Wettkampf in Booten, der mit fliegendem Start begonnen und mit dem Zieldurchgang beendet wird.
 
Registriernummer - distinguishing numberDie Nummer im Großsegel eines Bootes, die seine Identität, ggf. in Verbindung mit anderen Segelzeichen wie Nationalitätskennzeichen und Klassenzeichen, wiedergibt.
 
Reihleine - lace, lacing lineDünne lange Leine oder mehrere kurze Enden zum Anreihen des Segels an Mast oder Baum, wenn es nicht an Rutschern befestigt ist oder in eine Keep eingezogen wird.
 
Reinschiff - clean shipDas Reinigen des Bootes, im Hafen oder auf See, von Deck oder Kajüte, mit Seewasser, Dweil, Feudel, Leuwagen und anderen Geräten.
 
ReißleineEine Gummileine mindestens doppelter Vorliekslänge, an der kurze Enden mit Hakenbeschlägen befestigt sind, um ein Segel beliebig oft einbinden zu können.
 
relative SegelflächeEin Kriterium für das Erkennen von Leistungen und Eigenschaften eines Bootes durch die Beziehung wichtiger Hauptabmessungen zueinander, in diesem Falle der vermessenen oder Am-Wind-Segelfläche (/m²) zur Verdrängung( Gewicht/t) des Bootes.
 
Rettungsbake - refuge beaconFür Schiffbrüchige an weit vorgeschobenen Plätzen der Küste aufgestellte Bake, die einen über eine Leiter erreichbaren Aufenthaltsraum mit Notproviant und Trinkwasser besitzt.
 
RheÄltester deutscher Segelclub, der am 7.2.1855 in Königsberg (Ostpreußen) von vorwiegend jungen Seglern mit einer eigenen 'Segelzeitung des Rhe' gegründet wurde. Damit ist die Geburtsstunde des deutschen Sportsegelns gesetzt.
 
Richtiger Kurs
  1. proper course - Im Sinne der Wettsegelbestimmungen jeder Kurs, den eine Yacht nach dem Startsignal in Abwesenheit anderer Yachten segeln würde, um so schnell wie möglich durchs Ziel zu gehen.

  2. true course - Bei der Kursverwandlung ist der rechtweisende Kurs ein Richtiger Kurs, und gegenüber dem Kompaßkurs wird auch der mißweisende Kurs als Richtiger Kurs bezeichnet, aber natürlich nur im relativen Sinne.
 
Round-Britain-RennenSeit 1966 alle vier Jahre ausgetragenes Etappenrennen um die britischen einschließlich der Shetland-Inseln für Seekruzer mit zwei Mann Besatzung. Start und Ziel in Plymouth und Zwangsstopp von 48 Stunden in jedem Etappenhafen; Crosshaven, Castle Bay, Lerwick, Harwich.
 
Ruder - rudderKurzbezeichnung für die gesamte Ruder- oder Steuer-Einrichtung eines Bootes und die drehbare, blattartige Fläche hierzu am Heck.
 
Runden einer BahnmarkeBei einer Regatta nach den Segelvorschriften an der richtigen Seite einer Bahnmarke herumsegeln, aber diese immer mit Schotenbedienung oder Segelmanöver verbundene Kursänderung auch ohne Verlust an Höhe und Geschwindigkeit vornehmen.
 
Rutscher - slide, travellerSammelbezeichnung für alle, auf Gleitschienen o.ä. rutschenden oder gleitenden Beschläge, die entweder mit dem Segel verbunden sind (Mast-, Baumrutscher) oder zum Verstellen des Holepunktes auf der Großschotschiene (Traveller) oder der Fockschotschiene dienen.
 
Rückdrehen des WindesÄnderung der Windrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn, d.h. linksdrehend, auch Krimpen des Windes genannt.
 
Sandwich-BauweiseBootsbau-Methode aus GFK: Zwischen zwei Deckschichten aus GFK mit großer Festigkeit ist leichtes Kernmaterial einlaminiert, das für einen überall gleichen Abstand sorgt. Gute Isolation - günstiges Verhältnis zwischen Steifigkeit und Gewicht.
 
scheinbarer Horizont - sensible horizonIm Gegensatz zum sichtbaren Horizont, der Kimm, die Blickebene, die senkrecht zum Lot durch das Auge des Beobacherters bis zur Himmelskugel geht. Dieser verläuft parallel zum wahren Horizont, der ebenfalls senkrecht zum Lot, aber durch den Erdmittelpunkt gezogen ist.
 
scheinbarer Wind - apparent windDer an Bord eines fahrenden Bootes wahrgenommene Wind, der gleichzeitig als wirksamer Segelwind die Windenergie liefert, mit dem die Segel in Verbindung mit Rumpf und Takelage für die Fortbewegung des Bootes sorgen.
 
Schiff - shipPhysikalisch betrachtet ein Fahrzeug, das nach dem Archimedischen Prinzip auf dem oder im Wasser schwimmt. Im Sinne des Schiffssicherheitsvertrages und anderer internationaler Vereinbarungen ein Wasserfahrzeug, das zur Beförderung von mehr als 12 Personen oder von Fracht verwendet wird.
 
Schiffsregister - register of shipingEin vom zuständigen Amtsgericht des Heimathafens, des Eigner-Wohnsitzes oder an einem beliebigen anderen Ort geführtes Register, das öffentlich Auskunft über das Eigentum an einem Schiff gibt.
 
Schiffstagebuch - log bookDas auf einem Schiff gesetzlich vorgeschriebene offizielle Tagebuch, auch Logbuch oder Journal genannt, in das alle Daten der Navigation, der Meteorologie, auf Segelschiffen alle Angaben zur Segelführung sowie alle Ereignisse und besondere Vorkommnisse eingetragen werden.
 
Schleuse - lockWasserbauwerk mit einer oder mehreren Kammern, das den Übergang eines Bootes oder Schiffes von einem tieferen zu einem höheren Wasserspiegel ermöglicht.
 
Schothorn - clew, clueDie achtere untere Ecke eines Segels, wo sich Unterliek bzw. Baumliek und Achterliek treffen.
 
Schwert - centreboardIn einem Schwerkasten absenkbare Platte zur Verminderung der Abdrift eines Schwertbootes. Jedes Schwert ist mit einem Schwertfall ausgestattet, damit es auf jeder beliebigen Tiefe gehalten oder auch ganz in den Schwertkasten eingeholt werden kann.
 
Seeamt - marine CourtEine von den obersten Länderbehörden geschaffene Einrichtung zur Untersuchtung von Seeunfällen, die in Deutschland z.B. in Emden und Hamburg besteht.
 
Seefunk - maritime radioDer Funkverkehr zwischen einer Seefunkstelle und einer Küstenfunkstelle oder zwei Seefunkstellen. Der Seefunk wird im Kurzwellen-, Mittelwellen-, Grenzwellen- und UKW-Bereich abgewickelt und dient der Übermittlung von Not-, Einlauf und Auslaufmeldungen, für die Übermittlung von Anweisungen von Behörden, Reedereifunk und für die Abwicklung von privatem Telegraphie- und Telefonie-Verkehr.
 
Seekarte - sea chart, nautical chart

Kartographische Darstellung eines begrenzten See- oder Küstengebietes nach der winkeltreuen und flächenähnlichen Mercator-Projektion, in der die Loxodrome und damit die Kurslinie als Gerade erscheint und alle Peilungen als gerade Linien eingetragen werden können.

Nördlich und südlich der Mittelbreite weicht das Massstabsverhältnis geringfügig ab; Distanzen müssen daher am linken oder rechten Kartenrand etwa auf der gleichen Breite gemessen werden.

Inhalt: Eine Seekarte enthält alle wichtigen Unterlagen für die Navigation, z.B. die Wassertiefen und Tiefenlinien, Angaben über Grundbeschaffenheit, Untiefen, Klippen, Riffe, Wracks, Strömungen, Sperrgebiete, Seezeichen, Leuchtfeuer und andere Messungen eingetragen sind. Auch Angaben zu einem Leuchtfeuer, z.B.: "Fl.WRG. 16m 13-9M" = Flash white red green, 16m hoch, Lichtstärke 13 Meilen für weisses Licht und bis 9 Meilen für farbiges Licht.

 
Seemeile - sea mileNatuisches Längenmass, das durch die Grösse der Bogenminute auf einem Grosskreis der Erdkugel des Erdumfangs gegeben ist. Durch eine Vereinbarung des Internationalen Hydrographical Bureau Monaco wird als 'International Nautical Mile' ein Wert von 1852m angenommen. Nur die britische (Land-)Mile beträgt 1853,18 m.
 
Seeschiffahrtstrassenordnung (SeeSchStrOPolizeiverordnung für den Verkehr auf den deutschen Seeschiffahrtstrassen. Sie enthält u.a. Schiffahrtzeichen, Sichtzeichen und Schallsignale der Fahrzeuge, Fahrregeln und ergänzende Vorschriften für den Nord-Ostsee-Kanal. Ausserdem sind hier weitere schiffahrtspolizeiliche Anordnungen angeschlossen.
 
Seestrassenordnung (SeeStrO)Mit der Bezeichnung 'Regeln zur Verhütung von Zusammenstössen auf See' als Anlage B ein Teil des Internationalen Schiffssicherheitsvertrages, der das Wegerecht auf See regelt.
 
Seewind - onshore windDurch thermische Einflüsse bei starker Soneneinstrahlung an der Küste in der Regel nur tagsüber wehender auflandiger Wind geringer Windgeschwindigkeit, der seine grösste Stärke mit max. 4 am frühen Nachmittag erreicht und zum Abend wieder abflaut.
 
SegeldruckpunktDer Kraftangriffspunkt des Segels, der keine konstante Position hat und nicht identisch mit dem Segelschwerpunkt ist. Seine Lage ist von der Segelwölbung, von der Windgeschwindigkeit und dem Anstellwinkel abhängig. Bei gleichem Seitenverhältnis liegt er bei einem flachen Segel höher als der Segelschwerpunkt und mehr zum Vorliek, bei einem bauchigen Segel mehr zum Achterliek, und er wandert bei einem über den optimalen Anstellwinkel hinaus vergrösserten oder verkleinerten Anströmwinkel nach achtern.
 
Selbststeueranlage - self-steering gearMechanische, elektrische oder andere Einrichtung, mit der die Arbeit des Rudergängers überflüssig gemacht wird. Mit einer Selbststeueranlage kann ein Boot auch allein seinen einmal eingestellten und gewünschten Kurs halten.
 
SextantWinkelmessgerät zur Schiffsortbestimmung, in der astronomischen Navigation für die Höhenmessung eines Gestirns über der Kimm, in der terrestrischen Navigation für die Höhenmessung von Landobjekten oder die Messung des Horizontalwinkels zwischen zwei Punkten.
 
Signalflaggen - international code flagsAus Flaggen, Doppelstandern und Wimpeln gebildetes Flaggenalphabet zur optischen Nachrichtenübermittlung auf See und in der Schiffahrt nach dem Internationalen Signalbuch.
 
SOLAS

Abkürzung für die 'International convention for the Safety of Life and Sea'.

Seine ursprüngliche Zielsetzung ist die Umsetzung internationaler Sicherheitsstandards für den Bau und die Ausrüstung von Seeschiffen (Auslöser für die Erforderlichkeit solcher Standards war der Untergang der Titanic 1912). Da sich die Gefahren für die Schifffahrt im Laufe der Zeit veränderten bzw. sich anders darstellten, erfuhr das Übereinkommen bereits zahlreiche Änderungen und wurde um einige Kapitel ergänzt.

Die aktuelle SOLAS-Konvention (die nun fünfte und sogenannte „SOLAS 74“) stammt von 1974 und besteht aus zwölf Kapiteln, die sich mit Bemannung, Sicherheitsmanagement, Technik, Ladung und Rettungsmitteln beschäftigen.

 
SOS-Ruf - SOS-Call, distress-call

Seit 1912 als internationales Notzeichen im Falle der Seenot sowohl als Lichtzeichen, Funkzeichen oder Schallzeichen eingeführt. Der auffallende Rhythmus von abwechselnden kurzen und langen Signalzeichen mit diesen optisch und akustisch eindringlichen Morsebuchstaben ... --- ... definiert S als 3 Punkte , O als 3 Striche und S als 3 Punkte.

Der SOS-Ruf besteht nicht aus drei Einzelbuchstaben, wie meist angenommen wird; vielmehr wird der SOS-Code in einem gesendet, d. h. es werden keine Zeichenpausen zwischen den Buchstaben gemacht: ···−−−··· und nicht ··· −−− ···. Die Bedeutung von SOS als Abkürzung für Save our Souls oder Save Our Ship („Rettet unsere Seelen” oder „Rettet unser Schiff”) wurde erst später in das Signal hineininterpretiert.
 
Steuerbord - starboardRechts an Bord und rechts ausserhalb vom Boot, von achtern nach vorn gesehen.
 
Steuerkurs - steered course

Der am Magnetkompass oder Steuerkompass anliegende Kurs, der durch einen einfachen Rechenablauf den rechtweisenden Kurs ergibt. Natürlich kann auch umgekehrt vom vorhandenen rechtweisenden Kurs zum Magnetkompasskurs gerechnet werden.
Hierbei sind die Ablenkung und die Missweisung zu berücksichtigen.

Ablenkung: Ein Magnetkompass wird durch Eisenteile wie Motor, Anker, Eigenmagnetismus abgelenkt, hierfür werden sog. Deviationstabellen für die Schiffe erstellt.

Missweisung: Die durch den Erdmagnetismus bewirkte Ablenkung der Kompassnadel von der rechtweisenden Nordrichtung. Auf Seekarten gibt es hierzu eine Missweisungsrose, eine Kompassrose, die den Wert der Missweisung  für das entsprechende Seegebiet und ihre järliche Änderung angibt.

 
takeln - to rigIm Sinne von auftakeln: Die Takelage in einen betriebsklaren Zustand bringen, Masten setzen und aufriggen, das stehende Gut anbringen und sichern, das laufende Gut so herrichten, daß man die Segel setzen kann.
 
Talje - tackleEine Kombination von Tauwerk und Blöcken, um nach dem Prinzip eines Flaschenzuges mi trelativ einfachen Hilfsmitteln die Arbeit zu erleichtern.
 
TampenIst ein kleines Stück Tau oder das Ende einer Leine oder Taues. Häufig wird auch eine Leine als Tampen bezeichnet.
 
Tauwerk - ropes, cablesSammelbezeichnung für alle an Bord benutzten Leinen, Trossen, Drahtseile, die man nach dem Material: Stahl-, Draht- oder Faser-Tauwerk unterscheidet
 
Teamsegeln - team racingEine Sonderform des Regattasegelns, bei der Mannschaften aus z.B.  je 3 Jollen gegeneinander segeln.
 
terrestrische NavigationNavigation an der Küste mit Hilfe von Landmarken und anderen Punkten der Erde, dem Grund und der auf ihm verankerten schwimmenden Seezeichen, zum Unterschied zur astronomischen und Funknavigation.
 
Teufelsklaue - sling dogs, dewils clawRechtwinkliger Stahlbügel mit einem Ende aus Draht- oder Fasertauwerk, der zum Halten oder Einholen mit einer entsprechenden Ausnehmung über ein Kettenglied greifen kann. Eine Teufelsklaue kann auch als Kettenstopper dienen, wenn ihre Öffnung nach dem Einlegen der Kette durch einen Überfall sicher zu schliessen ist.
 
Tidenstrom - tidal stream, currentDie durch die Tide verursachte und mit Ebbe und Flut in ihrer Richtung wechselnde Wasserströmung, die man für viele Gebiete der Erde aus einem Tidenatlas entnehmen kann.
 
Tiefgang - draught, draftDer senkrechte Abstand von Unterkante Kiel bis zur Wasserlinie.
 
Tiefsee - deep seaDie Meeresgebiete mit einer Wassertiefe von mehr als 800m.
 
Topp - mastheadSpitze, insbesondere bei Mast und Stenge, aber auch bei Seezeichen oder Tonnen, die mit Toppzeichen, Topplicht, Topplaterne, Topptakel u.a. benutzt wird.
 
Topp und TakelOhne Segel vor dem Wind laufen und nur den Winddruck an der Takelage zur Fahrt benutzen oder in Kaufe nehmen. Dieses Lenzen von Topp und Takel ist im Sturm mit der Benutzung von Nachschleppleinen und Treibanker verbunden und neben dem Beiliegen eine Möglichkeit, schweres Wetter auf See zu überstehen.
 
TornadoVon Rodney March 1966 konstruierte Katamaran-Klasse der B-Division, die in Sperrholz oder GFK gebaut wird, als Internationale Klasse anerkannt und seit 1976 Olympische Klasse ist.
 
Totenflaute - dead clamVölliges Fehlen eines Windzuges, Windstärke 0, vollkommene Windstille.
 
Tragflügelboot - hydrofoil crafterreicht wird, erhalten die Wassertragflügel hydrodynamischenMit breiten Seitengestellen ausgerüstete Jollen, an deren Rumpf stufenförmig übereinander metallende Tragflügel angeordnet sind. Bei ausreichend hoher Bootsgeschwindigkeit, die nur von sehr leichten Booten mit übergroßer Segelfläche Auftrieb, so daß sich der Rumpf über die Wasseroberfläche heben und nur von den Tragflügeln getragen werden kann.
 
Trailer - BootsanhängerFür den Straßentransport zulassungsfreier Transportanhänger, der mit einem Kraftfahrzeug-Führerschein Klasse B (früher 3) und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h unter Beachtung der vom PKW-Typ abhängigen Gesamtgewichte gefahren werden darf.
 
Trans-Ocean-Medaille (TOM)Seit 1970 jährlich mehrfach vergebene Auszeichnung für besondere Leistungen im Hochseesegeln. Die TOM wird Ende November jedes Jahres in Cuxhaven verliehen.
 
Transatlantik-RennenEine Transozeanregatte über den Nordatlantik. Das erste Rennen fand 1866 von den USA nach England mit großen Yachten (Lüa 33m) statt.
 
Trapez - flying trapezeNicht korrekt auf die geometrische Figur, aber sinngemäß auf das bekannte Schwunggerät für Turnübungen bezogene Vorrichtung, die aus einem Trapezdraht und dem Trapezgürtel besteht. Mit dem Trapez kann der Vorschotmann auf einer Jolle den lebenden Ballast wirksamer zur Erhaltung der Querstabilität einsetzen. Auch das fliegende Trapez genannt.
 
Trapezgurt - trapeze beltDer Hüftgurt, der den Vorschotmann bei seiner Arbeit im fliegenden Trapez hält.
 
Traveller - LaufkatzeEnglisches Fachwort für den schnell auf der Travellerschiene hin und her gehenden, im Gegensatz zu einem Rutscher oder Schlitten mit Laufrollen versehenen Beschlag, der den Fußblock der Großschot hält. Der Traveller kann nicht verkanten, wenn er beim Wenden von einer Seite auf die andere läuft, und kann durch Travellerleinen für den richtigen Segeltrimm oder durch Stopper auf jeder beliebigen Distanz bei seiner Hin- und Herbewegung querschiffs arretiert werden.
 
TrimaranAnalog zu Katamaran ein Dreirumpfboot. Der im allgemeinen einen längeren und breiteren Mittelrumpf trägt die Kajüte. Die Schmalen, wie Ausleger gebauten und meist kürzeren Seitenrümpfe oder Schwimmer sind nur Auftriebsbehälter des flachen, starren Bootsgerüstes. Ein Trimaran verbindet die Vorteile großer Stabilität und geringer Wasserwiderstand. Kreuzertrimarane haben sich als seetüchtig bewährt. Sie konnten sich auch bei Transatlantikrennen durch überlegene Schnelligkeit auszeichenen.
 
Törn - turn layBei der Arbeit mit Tauwerk im Sinne der Drehung oder Windung um eine Achse benutzt.
 
UferfeuerMeistens mehrere Leuchtfeuer die den Verlauf eines Ufers kennzeichnen.
 
umlaufender Wind - variable windMeist schwacher Wind ohne bestimmbare Windrichtung.
 
umspringender Wind - shifting windBei frischem Wind die plötzliche Änderung der Windrichtung beim Durchzug einer Front.
 
unkenterbar - non-capsizableEin Boot ist unkenterbar, wenn es im eigentlichen Wortsinn nicht kentern, d.h. 'umkippen' kann. Man versteht unter 'unkenterbar' jedoch ein Boot, das sich nach einer Krängung um 90° wieder selbst aufrichtet, d.h. bis zum Kentern überliegen kann und das trotzdem in seine aufrechte Schimmlage zurückkehrt.
 
UnterliekDie untere Kante eines Segels zwischen Hals und Schothorn.
 
UnterliekstreckerStreckvorrichtung am Großbaum zum Spannen des Großsegel-Unterlieks.
 
Untiefe - shoalIm Fahrwasser eine Stelle, die wegen geringerer Tiefe den Schiffen gefährlich ist. Im Seegebiet ist es nicht nur die Gefahr der unmittelbaren Grundberührung, sondern die Gefahr der Brecher der Grundseen, die auf der Untiefe stehen können. Untiefen werden in Seekarten eingezeichnet.
 
Untiefentonne - shoal buoyEin schwimmendes Seezeichen, das eine Untiefe bezeichnet und in Form, Farbe und Toppzeichen nach der international einheitlichen Untiefenbezeichnung kenntlich ist.
 
UTCAbkürzung für 'United Time Coordinated'; Koordinierte Weltzeit; hat die GMT abgelöst. UTC entspricht der Zeitzone des 0°-Meridians (Greenwich).
 
Verbund-Bauweise - sandwich constructionBootsbau aus massiven GFK-Aussenwandungen mit einlaminiertem Kernmaterial aus leichtem, schubsteifem Material, vorwiegend als Sandwich-Bauweise bekannt. Die Güte einer Verbund-Konstruktion ist hauptsächlich vonder richtigen Bindung der Deckschichten aus Roving oder Glasmatten mit dem Kern abhängig.
 
Verdränger - displacement boatEin Boot, das auch in Fahrt immer nach dem archimedischen Prinzip schwimmt und das von ihm erzeugte Wellensystem wegen seines Gewichtes nicht verlassen kann. Im Gegensatz zum Gleitboot hat jeder Verdränger eine maximale Rumpffahrt, die er nicht überschreiten kann.
 
verholen - to haulEin Boot ohne Segel und Motor von einem Liegeplatz zu einem anderen, zu einem Ankerplatz, an einen Slip o.ä. bringen und es dabei mit Festmachern, Winden, anderen Vorholleinen, mit Bootshaken, von Hand oder nur mit dem Anker bewegen.
 
verkatten (einen Anker)Einen bereits ausgebrachten Haupt-Anker durch einen zweiten Wurf- oder Reserveanker verstärken, indem man ihn an derselben Kette oder Trosse ansteckt und ausbringt. Man verkattet die Anker, wenn durch Seegang oder im Sturm der Ankerplatz unsicher wird, insbesondere auf Legerwall oder bei schlechtem Ankergrund, doch leistet ein Ankergewicht oder Gleitgewicht oft die gleichen Dienste.
 
Vermessung - measurementDie genaue Prüfung eines Klassenbootes oder Ausgleichers durch einen anerkannten Vermesser und nach den entsprechenen Vermessungsvorschrifen, um z.B. einen Klassennachweis zu erbringen, mit dem ein Meßbrief ausgestellt werden und die Segelnummer oder Registriernummer erteilt werden kann.
 
versegeln

Nautisch allgemein: von einem Hafen zum anderen segeln.

Dabei gegebenenfalls auch vom Kurs abkommen, das Ziel verfehlen.

 
versetzen
  1. Ein Schiff durch den Meeresstrom vom Kurs abbringen;

  2. durch Wind vertreiben;

  3. einen Beschlag an einer anderen Stelle anbringen; in diesem Sinne auch einen Lotsen von der Lotsenstation zum Schiff versetzen.
 
vertäuen - to moor, to make fastIm Gegensatz zum Festmachen an einem Liegeplatz das Festlegen mit Bug und Heck zur Pier und nur mit einem Heck- bzw. Buganker, mit Trossen zu Bojen, Pfählen oder mit Leinen voraus und achteraus zu Bojen, Dalben und Ankern.
 
VollzeugMit allen Hauptsegeln laufen, die beim normalen Segeln gesetzt werden können oder müssen, weil sie in Bezug auf die Lage des Segeldruckpunktes zur Takellage des Bootes gehören.
 
VollzeugbriseEine mäßige bis frische Brise von Beaufort 4 bzw. 5, bei der eine Yacht Vollzeug tragen und mit dieser Besegelung optimale Fahrt laufen kann.
 
voraus - ahead, forward

Auf ein Objekt bezogen vor dem eigenen Boot liegend oder laufend. Auf das eigene Boot bezogen die Bewegung in Längsschiffsrichtung nach vorn, in Fahrtrichtung. Gegensatz: Achteraus.

Ein Boot liegt klar voraus; eine Landmarke peilt recht voraus; man geht mit dem Motor voll voraus; sichtet ein Objekt Steuerbord voraus, verholt eine Bootslänge voraus.  'Voraus' liegt demnach alles, was ausserhalb des Bootes und vorlicher als querab liegt. Innerhalb des Bootes liegt etwas vorn.

 
vorheißen - to hoistEin Segel, eine Flagge, einen Signalball o.ä. ganz, bis zur höchstmöglichen Position heißen (hochziehen).
 
Vorschiff - forebodyDer Vorderteil des Bootes von mittschiffs bis zum Bug, in dem die Breite nach vorn kontinuierlich abnimmt. Im Unterwasserschiff erfolgt am Vorfuß der Übergang von der Kielflosse zum Vorsteven.
 
Vorsegel - headsail, fore sail

Ein vor dem Mast, bei Yachten mit mehreren Masten vor dem vorderen Mast gefahrenes Stagsegel. Bei der Sluptakelung benutzt man nur ein Vorsegel, die Fock, bei der Kuttertakelung daneben noch ein zweites Vorsegel, den Klüver, gegebenfalls sogar noch ein drittes Vorsegel, den Flieger.

In einem Vorsegeldreieck können unterschiedlich große Vorsegel gefahren werden, die abhänging von Windstärke und Segelstellung oder Kurs zum Bordwind verschiedene Größen und Formen haben. Von den Vorsegeln zählt die übliche Arbeitsfock oder eine mittlere 'Genua' zu den Hauptsegeln, die größeren wie Reacher, Star-Cut oder Spinnaker bzw. die kleineren wie die Sturmfock zu den Beisegeln.

 
Vorstag - fore stayAuf Yachten mit Kuttertakelung das vordere Stag, an dem der Klüver gefahren wird, im Gegensatz zum Fockstag. Bei einer Sluptakelung kann man das Vorstag auch als Fockstag und umgekehrt bezeichnen.
 
Vorwindkurs - run

Ein Kurs mit aufgefierten Schoten genau in Richtung der Windachse, auf dem das Segel nicht mehr als aerodynamisches Profil umströmt wird, sondern weitgehend nur als Windfang arbeitet und der relative Bordwind um den Betrag der Fahrt schwächer als der umgebene atmosphärische Wind ist.

Auf einem Vorwindkurs werden daher die größten Beisegel gesetzt, aber dennnoch erreicht hier das Boot nicht die gleiche Geschwindigkeit wie bei Dreiviertelwind.

 
wahrer Horizont - true horizon

Die durch den Erdmittelpunkt verlaufende Ebene senkrecht zum Lot des Beobachters als größter Kreis an der Himmelskugel. Der wahre Horizont ist in der astronomischen Navigation die Bezugsebene für die Höhenmessung eines Gestirns und vom scheinbaren Horizont und der Kimm (als sichtbarem Horizont) zu unterscheiden.

Man spricht auch vom wahrem Horizont beim Messen der Wellenhöhe, bei dem es oft zu erheblichen Schätzfehlern kommt, weil man das Deck des Bootes als Horizont annimmt (sehr ungenau).

 
wahrer Kurs - true trackDer Kurs über Grund, den ein Boot tatsächlich als Winkel von rechtweisend Nord in Bezug auf die Eroberfläche zurücklegt. Der wahre Kurs ist ein um Abdrift, Stromversetzung und anderer Einflüsse berichtigter rechtweisender Kurs.
 
wahrer Wind - true windDie auf einen erdverbundenen Beobachtungsort am Liegeplatz, vor Anker, auf einer Pier o.ä. bezogene Windrichtung und Windstärke, im Gegensatz zum Bezugssystem des fahrenden Bootes, auf dem der wahre Wind in Richtung und Stärke nur aus dem relativen Bordwind und der Fahrt bzw. dem Fahrtwind berechnet werden kann.
 
Warngebiet - declared areaInnerhalb und außerhalb der Hoheitsgewässer liegende, durch Tonnen oder nur ihre geographische Länge und Breite gekennzeichnete Wasserflächen, die ständig oder für bestimmte Zeiten für die Schiffahrt gefährdet und daher zu meiden sind.
 
Warnsignal - alarm signalWenn Fahrzeuge einen gefährlichen Kurs steuern oder ihnen Gefahr droht, warnt man sie mit den Flaggensignalen 'U' oder 'NF'. Als Licht- oder Schallsignal dient der Buchstabe 'U' des Morsealphabetes (kurz kurz lang).
 
Wasserhose - water spoutEin der Windhose vergleichbarer, lokal begrenzter Wirbelsturm oder eine Trombe mit einem vertikalen Luftwirbel, dessen Trichter aus einer Wolke bis zur Wasseroberfläche nach unten wächst, im Trichterkern die Wasseroberfläche nach unten drückt und am Rande Wasser zieht.
 
Wasserlinie - waterlineDie Linie, in der der Wasserspiegel den Rumpf berührt.
 
Wegerecht - right of wayDas Prinzip, nach dem die Ausweichpflicht auf dem Wasser geregelt ist, und die entsprechenden Einzelbestimmungen der Ausweichregeln. Für Segelboote untereinander und während einer Regatta gilt das Wegerecht der Internationalen Wettsegelbestimmungen (IWB), bei jeder anderen Gelegenheit gelten die entsprechenden Artikel der Seestraßenordnung (SeeStrO) und die ergänzenden Bestimmungen der Seeschiffahrtstraßenordnung (SeeSchStrO) sowie anderer,
auf Binnenwasserstraßen oder Einzelreviere beschränkte Verordnungen.
 
Welle (technisch) - shaftSich drehender, zylindrischer Maschinenteil. An Bord ist mit Welle hauptsächlich die Propellerwelle gemeint, deren Durchbrechung durch den Bootsrumpf durch die Stopfbuchse gesichert ist und regelmäßig kontrolliert werden muß.
 
Welle (Woge) - waveEine Wasserschwingung, die als Windsee oder Windwelle bezeichnet wird, wenn sie vom Wind hervorgerufen wird, als Dünung, wenn die Wasserschwingung auch noch nach Aufhören der Windeinwirkung fortbesteht, und als Flutwelle oder Tsunami, wenn sie durch Seebeben o.ä. verursacht ist. Zur Beschreibung einer Welle dienen die Wellenlänge, Wellenhöhe, Wellenperiode und Wellengeschwindigkeit.
 
Wenden - tacking, to tackMit einer Kursänderung verbundenes Segelmanöver, bei dem das Boot mit dem Bug durch den Wind geht und von einem Bug auf den anderen dreht.
 
wenden statt halsen - tacking roundDas Umgehen des Halsens beim Wechseln der Windseite auf einem Raumschotskurs durch Überstaggehen unter gleichzeitigem Inkaufnehmen von Fahrt- und Distanzverlust aus Gründen der Seemannschaft. Dieses Manöver wurde von Segelschiffen mit Gaffeltakelung, die oft mit Gaffeltoppsegel ausgerüstet waren, bei einer Kuränderung mit achterlichem Wind bevorzugt.
 
Werft - yardDer Begriff wurde ursprünglich nur für einen wassernahen Platz benutzt, wo Schiffe und Boote gebaut und über eine Slipanlage oder mit einem Stapellauf zu Waser gebracht wurden.
 
Westwindgürtel - brave westerliesDer zwischen Passatring und Polarring liegende Teil des planetarischen Windsystems, in dem die augenfälligsten Wetteränderungen stattfinden. Besonders ausgeprägt ist der Westwindgürtel auf der Südhalbkugel, wo der Westwind ohne Behinderung durch Landmassen rings um die Erde ganzjährig wehen kann.
 
Wettfahrt - raceEin einzelnes Rennen, das meistens Teil einer aus mehreren Wettfahrten bestehenden Regatta ist. Die Wettfahrt beginnt nicht erst mit dem Startsignal, sondern bereits mit dem Vorbereitungssignal und endet mit dem Zieldurchgang, durch Aufgabe oder Abbruch der Wettfahrt. Während einer Wettfahrt unterliegt jedes teilnehmende Boot den internationalen Wettsegelbestimmungen, die das Wegerecht für jede Situation einer Wettfahrt regeln.
 
Winde (Winsch) - winch

Eine Winde ist eine vor allem in der Schifffahrt gebräuchliche Seilwinde zur Übertragung größerer Zugkräfte.

Beim Segeln dienen Winschen der Bedienung von Schoten, Fallen und anderen Tauwerksleinen. Eine früher gebräuchlichere Bezeichnung lautet Schotwinde.

Eine Leine wird, im Unterschied zu anderen Seilwinden, auf einer Winsch nicht aufgewickelt, sondern lediglich mit einigen Windungen um eine Trommel gelegt, die mit einer Handkurbel gedreht werden kann. Die Winschtrommel besteht aus einem aufgerauhten oder gerippten Metallzylinder, der sich nur in eine Richtung drehen lässt. In der anderen Drehrichtung verhindern Sperrklinken, dass sich die Leine wieder abwickelt. 
 
Wurfleine - heaving line

Dünne Leine, die beim Anlegen oder einem anderen Manöver zum Überbrücken größerer Entfernungen und zur Übergabe von Festmachern, Schlepptrossen o.ä. dient. Dabei ist ein Tampen mit einem Wurfleinenknoten oder einem kleinen Sandbeutel beschwert und der andere Tampen an der Leine belegt, die übergeben werden soll.

In der Wurfhand werden mehrere kleine Buchten, in der zweiten Hand mehrere größere klar zum Laufen aufgeschossen. Dann werden Wurfbeutel und kleine Buchten mit weitem Schwung geschleudert und die großen Buchten mit der anderen Hand gleichzeitig hinterher geworfen, so daß die Wurfleine in der Luft auf ihre volle Länge ausrauschen und den Empfänger erreichen kann.

 
X-SchieneEine X-förmige Leitschiene, auf der ein Großschotwagen oder Traveller auch unter Belastung gut und leicht laufen kann, weil die Last immer auf mehrere, sich in unterschiedlichen Ebenen drehende Rollen verteilt ist und sich der Wagen daher nicht verkanten kann. Hauptsächlich für die Führung der Großschot benutzt.
 
Yacht - yacht

Ein Wasserfahrzeug, das nicht dem Handelsverkehr, sondern ausschließlich dem Vergnügen, dem Sport oder der Repräsentation dient. Eine Yacht unterscheidet sich praktisch und juristisch von einem Schiff, das als Fahrgast, Tank-Schiff o.ä. dem Handel dient, einem Fischereifahrzeug, das für den Fischfang, und einem Kriegsschiff, das für den Tuppentransport oder die Landesverteidigung benutzt wird, wie es auch im Internationalen Schiffssicherheitsvertrag definiert und in den SOLAS-Vorschriften bestimmt ist.

Nach der SeeStrO gehört eine Yacht in die Gruppe der Kleinfahrzeuge, wenn sie nicht länger als 12 m bzw. 20 m über alles ist und genießt entsprechende Erleichterungen in der Lichterführung sowie in der Ausrüstung und Benutzung von Signalkörpern.

 
YachtstevenEine moderne Form des Löffelbugs, bei der die Wasserlinie so weit wie möglich nach vorn verlängert wird und das Vorschiff durch den somit gewonnenen Reserveauftrieb bis zur Höhe des Decks viel scharfkantiger und schnittiger als bei einem Löffelbug geformt werden kann.
 
Yawl - yawlEin Eineinhalbmaster mit Schratsegeln, bei dem der auch 'Treiber' oder 'Trimmer' genannte Besanmast wesentlich kleiner als bei einer Ketsch ist und hinter dem Ruder steht.
 
über alles - over allBei Maßangaben der Länge oder Breite ursprünglich im Sinne von 'über alle mit dem Rumpf fest verbundenen Teile', einschließlich Klüverbaum, Scheuerleiste, Heckausleger und andere Bauteile.
 
über Stag gehen - to tackÄltere Bezeichnung für den Wechsel der Windseite durch Wenden, wenn ein Boot auf den anderen Bug geht.
 
über-Kopf-gehen - pitch pollEin Unglücksfall, wenn ein Boot bei achterlicher See mit zu viel Segelfläche oder nur vor Topp und Takel läuft, die Brecher im hohen Seegang das Heck anheben, das Vorschiff dabei ins Wasser drücken und sich das Boot durch Anluven und Überholen, halb überschlagend, in die See hineindreht.
 
Überholer - overtaking vesselEin Überholer ist im Sinne des Wegerechts ein Fahrzeug, das sich aus einer Richtung nähert, die mehr als zwei Strich achterlicher als querab liegt, d.h. aus einer Bordpeilung von mehr als 112,5 ° zu jeder Seite.
 
übertakelt - overriggedDie Bezeichnung eines Bootes, das entweder zu viel Segelfläche oder eine zu hohe und schwere Takelage führt. Rennyachten sind oft übertakelt, während Seekreuzer demgegenüber auch untertakelt sein können. Kennzeichnend hierfür ist die relative Segelfläche.
 
Z-SchlagLauf der Kardeele bei rechtsgeschlagenem Tauwerk, in Anlehnung an den Schrägstrich in einem Z.
 
ZeisingAuch Seising. Kurze Bändsel, Segeltuchstreifen, Tauende, kurzes Tau mit denen die geborgenen Segel zusammengebunden werden
 
Zeitunterschied - difference of timeIn Zeitmaßen ausgedrückter Längenunterschied zwischen zwei Orten, der bei ostwärtigen Kursen zu addieren, bei westwärtigen zu substrahieren ist. Dabei zählt 1 h = 15° Länge, 1 min = 15' Länge, 1° = 4 min etc.
 
ZeitzeichenVon Rundfunksendern ausgestrahlte Signale, die jeweils zur vollen Stunde die Zonenzeit zur Chronometerkontrolle oder zum Einstellen der Borduhren geben. Angaben über Zeitzeichen enthalten der Nautische Funkdienst und der Yachtfunkdienst.
 
Zenit - zenithDer genau senkrecht über dem Beobachter liegende höchste Punkt der Himmelskugel. Der andere Endpunkt des vom Beobachter zum Erdmittelpunkt gefällten Lotes heißt Nadir.
 
ZiehscheinAbschlagszahlung in der Kauffahrteischifffahrt. Der Reeder ist auf Verlangen des Besatzungsmitgliedes verpflichtet, am fünfzehnten und am letzten Tage eines Monats Abschlagzahlungen bis zu insgesamt fünfundsiebzig vom Hundert der Netto-Bezüge des Besatzungsmitgliedes an die von diesem bezeichneten Familienangehörigen oder eine andere von ihm bezeichnete Person zu leisten.
 
Zubringer-RegattaEine Seewettfahrt, die für die Teilnehmer an einer Hochseeregatta ausgeschrieben wird, um die Anfahrt mit Wettfahrtcharakter zu gestalten. Eine bekannte deutsche Zubringer-Regatta ist das Feuerschiff-Rennen von Flensburg.
 
zuhaltenDen Kurs auf einen bestimmten Punkt nehmen
 
zurrenFestbinden, auf Deck festbinden, ein Boot festzurren.
 
Zweimaster - twomasterAls Segelschiff eine Brigg und eine Brigantine, auch Schonerbrigg genannt, sowie ein Zweimastschoner. Auf das Rigg einer Yacht bezogen spricht man von einem Schoner, wenn der kürzere von beiden Masten als Fockmast vorlich vom Großmast steht, und von einer Yawl, wenn der kürzere Mast oder Besanmast achterlich vom längeren Großmast steht.
 
ZwischendeckWohndeck auf Passagierdampfern für Passagiere, zumeist unvermögende Auswanderer. Ursprünglich das Deck mit geringer lichter Höhe, das wahlweise für Fracht, Viehtransporte oder für Unterkünfte von Billigpassagieren genutzt wurde.
 
Ölzeug - oil skinUrsprünglich mit Leinöl getränkte und damit wasserabweisend gemachte Schlechtwetterkleidung der Seeleute und Fischer, die durch moderne Regen- oder Wetterkleidung aus Gummi, Plastik oder synthetische Gewebe ersetzt wurde.
 
ÖsfaßSchaufelartiger Gegenstand aus Holz, Kunststoff oder Metall zum Ausschöpfen von Wasser aus Booten.
 


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