Segler ABC |
Das kleine ABC der Seemannssprache und der Segelkunst.
Die Seemannssprache dient der größeren Präzisierung der technischen
Begriffe in der Seefahrt. Für den Segler ist es notwendig (und damit
oft lebenswichtig), z. B. nicht einfach von einem „Seil“ zu sprechen,
sondern es nach Funktion und Art genauer zu bezeichnen, also von
„Want“, „Fall“, „Dirk“ oder „Schot“ (oder noch genauer von „Besanwant“,
„Fockschot“ usw.) zu sprechen.
Unser kleines Segler ABC soll dazu dienen, schon mal ein klein wenig
in die maritime Welt einzuführen. Wenn Du einen Begriff vermisst,
kannst Du gern an unserem Segler ABC mitwirken und einen Ausdruck
hinzufügen!
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| Es sind 32 Einträge im Glossar. |
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| abbrechen - to break off | Ausschlachten und Abwracken eines alten oder durch Strandung verlorengegangen Bootes. ..oder: wenn bei Sturm die Sicherheit der Besatzung gefährdet ist. Das Abbruchsignalist die Flagge N.
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| abdecken - to cover | Ein anderes Boot auf einem Vorwindkurs in den Windschatten oder auf einem Amwindkurs in den ungünstigen Abwind der eigenen Segel legen und hier so lange wie möglich halten. Der Gegner kann dadurch eingeholt bzw. zurück gehalten werden, sog. Windschatten.
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| abdrehen - to pay off, to turn away | In einer unklaren Situation den Kurs ändern, um sich von einem Hindernis freizuhalten.
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| Abdrift - leeway | Die durch den Wind verursachte seitliche Bewegung eines Bootes nach
Lee. Die Stärke des Abdrifts ist abhänging von der Form des
Überwasserschiffes und des Lateralplanes sowie dem Kurs zum Wind. Sie
ist am Winkel zwischen der Richtung des Kiels und des Kielwassers
erkennbar und muss in der Navigation berücksichtigt werden, besonders
bei einem Amwindkurs. Die Einflüsse des Stromes sind in der Abdrift
nicht enthalten; sie werden als Stormversetzung getrennt berücksichtigt.
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| abfallen - bearing away | Den Kurs nach Lee ändern. Dies ist eine Kursänderung des Schiffes weg vom Wind, so dass der Wind mehr seitlich oder mehr von hinten einfällt. Dabei muss die Segelstellung durch Fieren der
Schoten so geändert werden, dass die Segel nach der Kursänderung wieder
richtig stehen.
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| abflauen - to abate, to calm down | Der Wind flaut ab, wenn die Luftgeschwindigkeit geringer wird. Das
Abflauen des Windes kann auf einem segelnden Boot beim Abfallen
trügerisch sein, weil mit einer Änderung des Kurses nach Lee immer eine
spürbare Verminderung der Windkraft verbunden ist, ohne dass dabei der
atmosphärische Wind nachgelassen haben muss.
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| abgreifen - to step off | Mit dem Stechzirkel anhand der Einteilung der Breite am rechten oder linken Rand der Seekarte eine Distanz messen, die aus der Karte entnommen ist.
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| abhalten - to bear off, to keep away | Den Kurs so festlegen oder ändern, dass er in sicherer Entfernung an einem Hindernis vorbeiführt.
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| ablandig - offshore wind | Der Wind ist ablandig, wenn er vom Land kommt und auf das Wasser weht. Gegenteil: auflandig.
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| ablegen - to leave, to push off | Die Leinenverbindung eines Bootes zur Pier, Brücke oder Boje lösen und mit eigener Kraft den Liegeplatz verlassen. Ein Segelboot kann nur von der Leeseite einer Brücke oder ähnlichen und bei ausreichend freiem Raum in Lee sicher ablegen.
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| abreiten - to outride a gail | Einen Sturm auf See überstehen, entweder vor Treibanker über Bug oder Heck, vor Topp und Takel mit Trossen achteraus oder durch Beidrehen und Beiliegen.
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| Abwind - fool wind | Die durch das Segel abgelenkte Luftströmung, die besonders auf einem Amwindkurs für ein nachfolgendes Boot eine ungünstige Richtung hat und durch die Turbulenz der abgelösten Winkel von geringem Nutzen ist.
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| achtern - astern | Hinten; im Zusammenhang mit anderen Wörtern deutet es auf den hinteren Teil des Bootes.
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| Achtertagsegel | Auf einer Bermuda-Slup gefahrenes dreieckiges Beisegel für leichtes Wetter und raumen Kurs, dessen Kopf auf ungefähr halber Höhe des Achterstags (hinterer Mast) und dessen Hals in der Nähe des Mastes an Deck angeschlagen werden.
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| Achtknoten | Verhindert das Ausrauschen einer Schot.
Ein Seemann, der diesen Knoten nicht kennt, ist seines Berufes nicht würdig. Nach dem man eine Schlaufe gebildet hat, führt man die lose Part unter der festen durch, lässt sie durch die anfängliche Schlaufe laufen und zieht beide Parten fest.
Dieser einfache Knoten zieht sich nicht zu und wird dann eingesetzt, wenn das Ausrauschen eines Tampens verhindert werden soll.
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| Ahoi | Nicht wie allgemein bekannt der Schlachtruf der Segler, sondern der offizielle Anruf eines Bootes, z.B. wenn man zur Yacht übergesetzt werden will.
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| Amwindkurs - close hauled course | Der entweder auf Backbordbug oder Steuerbordbug bestmöglich in Richtung des atmosphärischen Windes gesegelte Kurs, auf dem jedes Segel bei optimalem Anstellwinkel noch gut vollsteht und die Schoten ganz dichtgeholt sind.
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| Amwindsegelfläche | Die Flächensumme aller Segel, die ein Boot auf einem Amwindkurs trägt. Bei einer Vollzeugbrise ist die Amwindsegelfläche weitgehend identisch mit der vermessenen Segelfläche.
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| anluven | Als anluven wird die Richtungsänderung eines Segelschiffes nach Luv bezeichnet. Dies ist eine Kursänderung des Schiffes höher an den Wind, so dass der Wind vorlicher (mehr von vorn) einfällt. Das Anluven hat sein Ende, wenn die Segel killen (die Segel im Wind „flattern“).
Das Gegenteil von anluven ist abfallen.
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| Anstellwinkel - angle of attack | Der Winkel, in dem eine Strömung auf eine Fläche trifft. Beim Segeln ist der Anstellwinkel der Winkel zwischen der Richtung des Bordwindes und der Sehne der Segelwölbung. Jedes Segel hat einen optimalen Anstellwinkel, bei dem es als aerodynamisches Profil die grösste Luftkraft erzeugt.
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| Arbeitssegel - working sails | Die üblichen Segel eines Amwindkurses bei einer Vollzeugbrise, z.B. Grosssegel, Fock und Besan, auch Hauptsegel genannt. Ausser den Arbeitssegeln können auf allen Kursen und bei gleichen oder anderen Windstärken noch Beisegel gefahren werden.
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| auflandig - onshore, inshore | Der Wind weht auflandig, wenn er von der See, vom Wasser kommt und auf die Küste, auf das Land gerichtet ist. Gegenteil: ablandig.
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| aufrecht segeln - sailing upright | Wichtigste Regel für Jollen und Yachten, auf allen Kursen zum Wind eine Krängung bestmöglichst zu vermeiden. Dabei wird nicht nur die dem Wind dargebotene Segelfläche verkleinert, es wachsen auch die Widerstände am Unterwasserschiff, wenn das Boot nicht aufrecht, d.h. auf seiner normalen Wasserlinie querschiffs gehalten wird.
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| aufrichtendes Moment - righting moment | Das bei einer Jolle von der Formstabilität des Rumpfes und vom Einsatz des lebenden Ballastes (mit Hilfe von Ausreitgurten und dem fliegendenTrapez), bei einem Kielboot weitgehend von der Gewichtsstabilität abhängige Vermögen, dem krängenden Moment entgegen zu wirken, damit ein Boot weitgehend aufrecht segeln kann.
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| Aufriggen - to rig up | Das Rigg mit allen Teilen der Takelage aufstellen und betriebsklar herrichten, auch auftakeln genannt.
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| Aufschiessen | Hat nichts mit schiessen zu tun. Bezeichnet das Zusammenlegen oder Aufrollen von Tauwerk.
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| ausreiten - to sit out, to hike | Hinauslehnen des Körpers nach Luv, um in hartem Wetter dem zunehmenden Krängungsmoment des Windes ein grösseres aufrichtendes Moment entgegen setzen zu können, damit eine Jolle aufrecht segeln kann. Nur durch Ausreitgurte, mit Ausreithandgriffen oder durch einen Ausreitklappsitz kann man ein Boot wirkungsvoll ausreiten.
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| Ausreitgurt - to strap, hiking strap | Längsschiffs und beidseitig in der Plicht einer Jolle gehaltener Fussgurt, um das Ausreiten durch die Crew zu erleichtern. Diese Hängevorrichtung muss verstellbar sein, damit unterschiedlich große Segler mit guter Kondition die wirksamste Ausreithaltung ohne Ermüdung lange beibehalten können.
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| Ausreithandgriff - hiking handle | Ein in das Seitendeck eingelassener handbreiter Beschlag zum hineinfassen, um den Körper beim Ausreiten auch mit der Hand Kräfte sparend festhalten zu können.
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| Ausreitklappsitz | Ein klappenförmig aus dem Seitenheck über die Bordwand hinaus aufklappbarer Schalensitz zum Ausreiten, der auf Kielyachten eingeführt ist. Er wird wie ein Gleitsitz auf der jeweiligen Luvseite benutzt und ist eingeklappt in das Seitendeck integriert.
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| Aussenhaut - shell | Die äussere Bootsschale ohne Längs- und Querverbände sowie des Decks. Die Aussenhaut kann aus verschiedenen Werkstoffen bestehen, unterschiedlich gefertigt sein und unterschiedliche Oberfläche haben (z.B. Sandwichbauweise, Karweel).
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| Ausweichregeln | Sind sehr wichtig und müssen von jedem Segler strikt befolgt werden. Geregelt in der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) und der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO).
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Glossary V2.0 |